Belgien ohne Aldi Talk: Prepaid-Anbieter zieht sich vom belgischen Markt zurück

ALDI TALK Prepaid Registrierung
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Was hat ein Antiterrorgesetz mit Aldi Talk zu tun? Es verlangt zukünftig das Vorlegen des Personalausweises und eine Registrierung beim Kauf einer Prepaid-SIM. In Belgien zieht sich das Unternehmen daher vom Mobilfunk-Markt zurück. In Deutschland soll das Angebot von Aldi Talk erhalten bleiben, obwohl wenn die Gesetzesänderung auch hierzulande gelten wird.

Antiterrorgesetz lässt Aldi Talk in Belgien aufgeben

Gesetzesänderung führt zur Dokumentationspflicht beim SIM-Karten-Kauf

Aldi Talk ist eine der erfolgreichsten Sub-Marken des Telefónica-Konzerns und wirbt mit günstigen Prepaid-Tarifen. In Belgien ist dies bald vorbei, da der Anbieter sich aufgrund einer Gesetzesänderung vom belgischen Markt zurückziehen wird.

Bisher konntest Du die Prepaid-Karten einfach so kaufen. Zukünftig muss dabei der Personalausweis vorgelegt werden und eine Registrierung erfolgen. Die Händler unterliegen damit einer Dokumentationspflicht, die für Aldi Talk zum zusätzlichen Aufwand wird.

Aldi Talk verschwindet vom belgischen Markt

Bei belgischen Nutzern von Aldi Talk werden die Anrufe bald ins Leere laufen. Denn die SIM-Karten des Anbieters werden deaktiviert. Hintergrund ist ein neues Antiterrorgesetz, das Aldi Talk dazu veranlasste, sich aus dem belgischen Geschäft zurückzuziehen. Stichtag soll der 6. Juni 2017 werden. Ab diesem Tag werden die SIM-Karten abgeschaltet und können dann nicht mehr verwendet werden. Bis dahin, so rät der Anbieter, sollten Kunden auch ihr Guthaben aufbrauchen.

Aldi Talk Belgien

Ein entsprechender Hinweis ist auf der Website von Aldi Talk Belgien zu sehen.

Aldi Talk SIM-Karten werden deaktiviert

Auf dieses neue Antiterrorgesetz hatte sich die Regierung Belgiens bereits 2015 verständigt. Es soll verhindern, dass Terrorverdächtige unregistrierte Prepaidkarten nutzen können oder sich online unter falschem Namen registrieren.

Daher sah die gesetzliche Änderung vor, dass Prepaid-SIM-Karten beim Kauf auf den Käufer angemeldet werden müssen. Diesen Registrierungsaufwand wollte Aldi Talk nicht auf sich nehmen, denn das wäre zu einer zeitraubenden zusätzlichen Aufgabe für die Verkäufer der Aldi-Filialen geworden. Daher zieht sich der Discounter nun aus dem Mobilfunkgeschäft in Belgien zurück. Kunden können unter anderem zum Prepaid-Angebot von BASE wechseln und erhalten dabei als Wiedergutmachung für den erzwungenen Wechsel und als Willkommensgeschenk 15 € Guthaben.

Gesetzesänderung betrifft auch deutsche Kunden

Das neue Gesetz wird auch in Deutschland gelten, sodass auch hierzulande eine Registrierung der Prepaidkarten verpflichtend erfolgen muss. In Deutschland müssen Aldi Talk Kunden aber vorerst keine Deaktivierung ihrer SIM-Karten fürchten.

In Deutschland bleibt Aldi Talk erhalten

Die neue Regelung bringt auch für deutsche Kunden Veränderungen und ist für Aldi mit einem höheren bürokratischen Aufwand verbunden.

In Deutschland sollen die Prepaid-Karten des Anbieters aber weiterhin wie gewohnt bei Aldi erhältlich sein. Für Neu- und Bestandskunden bleibt das Prepaid-Angebot bestehen. Auch die Starter-Sets von Aldi sollen weiterhin an der Kasse verkauft werden. Wie genau die Registrierung hierfür zukünftig an der Kasse erfolgen soll, steht noch nicht fest.

Derzeit prüft Aldi einer Sprecherin zufolge verschiedene Modelle. Dass Aldi Talk sich hierzulande nicht vom Markt zurückzieht dürfte daran liegen, dass der Discounter hier zu den Marktführern bei den Prepaid-Anbietern zählt.

Hier nochmal das Wichtigste in Kürze:

  • 2015 verständigte sich die belgische Regierung auf ein neues Antiterrorgesetz
  • demnach müssen Käufer von SIM-Karten immer registriert werden
  • die Prepaid-SIMs von Aldi Talk dürfen daher nicht mehr einfach so an der Kasse verkauft werden
  • der administrative Aufwand an der Kasse ist für Aldi Talk in Belgien zu hoch
  • in Deutschland bleibt der Anbieter wegen seiner Marktführerposition erhalten

Deine Meinung zum Rückzug vom belgischen Markt

Nachdem bekannt wurde, dass Aldi Talk sich vom belgischen Markt zurückzieht, fragten sich Kunden auch hierzulande, ob der Anbieter weiterhin Prepaid-Angebote offerieren wird. Da Aldi in Deutschland zu den Marktführern bei den Prepaid-Discountern zählt, ist es verständlich, dass das Unternehmen hier keine ähnlichen Schritte wie in Belgien erwägt. Stattdessen prüft der Konzern Möglichkeiten, die notwendige Registrierung beim Erwerb einer neuen Prepaid-SIM möglichst aufwandsarm umzusetzen. Was denkst Du über diese Entscheidung?

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Andrea Augustin

Hallo, ich bin Andrea und blogge bei den smartphonepiloten zu aktuellen Mobilfunktrends und spannenden Angeboten rund ums Telefonieren. Ich entdecke gern Neues und teste innovative Ideen.

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