Mobile Payment: Wie geht das mobile Bezahlen mit dem Smartphone?

Mobile Payment: Bezahlen mit dem Smartphone
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Endlich fasst das Mobile Payment auch in Deutschland Fuß. Während Kunden in vielen anderen Ländern schon seit einigen Jahren an der Kasse einfach ihr Smartphone zücken, starten die Mobile Payment-Dienste in Deutschland erst seit diesem Sommer durch. Nach Google Pay und den Sparkassen haben jetzt auch die Volksbanken und Raiffeisenbanken eine Anwendung fürs Bezahlen mit dem Smartphone eingeführt.

Bezahlen mit dem Smartphone: Wie funktioniert es und welche Bezahl-Dienste gibt es?

Inhalt

Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone

Suchst Du an der Supermarktkasse nach dem passenden Kleingeld oder zahlst Du lieber mit Karte? Entscheidest Du Dich für die zweite Variante, funktioniert das in vielen Supermärkten und Geschäften bereits kontaktlos.

Statt Deine Bank- oder Kreditkarte ins Terminal einzustecken, hältst Du sie einfach vors Display. Die Übertragung der notwendigen Zahlungsdaten erfolgt per Near Field Communication (NFC). Bei kleineren Beträgen unter 20 oder 25 € musst Du meist nicht einmal Deine PIN eingeben. Die Kartenzahlung geht so viel einfacher und schneller.

Aber wäre es nicht noch deutlich komfortabler, wenn Du im Geschäft einfach mit dem Handy bezahlen könntest?

Du müsstest Deine Geldbörse und Deine Bankkarten gar nicht mehr mit dabei haben. Willst Du bezahlen, hältst Du nur das Smartphone ans Terminal.

In vielen Ländern funktioniert das sogenannte Mobile Payment schon.

Apple hat seinen Bezahldienst Apple Pay bereits 2014 eingeführt. Googles eigener Bezahldienst Google Pay ließ nicht lange auf sich warten. Die Bezahldienste sind erfolgreich: Apple Pay gibt es nach Aussage des Unternehmens aktuell in 24 Märkten weltweit. Im zweiten Quartal 2018 wickelten Kunden rund eine Milliarde Transaktionen über den Dienst ab.

Und deutsche Smartphone-Nutzer?

Die hatten oft keine andere Wahl, als mit Bargeld oder Karte zu bezahlen. Erst jetzt, im Sommer 2018, kommt Bewegung in die Sache.

Im Juni startete Google Pay endlich in Deutschland. Anfang August brachten die Sparkassen eine eigene App auf den Markt. Am 13. August 2018 folgte der Mobile Payment-Service der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Google Pay: Der Bezahldienst von Google

Seit dem 26. Juni 2018 kannst Du Google Pay endlich auch in Deutschland nutzen. Über den Service kannst Du Deine Einkäufe im Google Play-Store und bei anderen Google-Diensten bezahlen.

Google Pay

Auch In-App-Käufe lassen sich mit dem Service schnell begleichen. Beim Einkauf auf verschiedenen Webseiten kannst Du Google Pay ebenfalls nutzen. Und schließlich kannst Du mit Hilfe des Bezahldienstes im Geschäft per Smartphone zahlen.

So funktioniert das Mobile Payment über Google Pay

Möchtest Du Google Pay an der Kasse im Supermarkt oder in einem anderen Laden nutzen, funktioniert das nur mit Android-Geräten. Damit Dir der Bezahldienst zur Verfügung steht, musst Du Dich zunächst unter pay.google.com anmelden. Hast Du schon ein Google-Konto, kannst Du das einfach verwenden.

Nach der Anmeldung fügst Du Deine Zahlungsmethode hinzu.

Klicke dafür auf der Google Pay-Webseite ganz unten auf den blauen Button „Zahlungsmethode hinzufügen„. In Deutschland kannst Du Google Pay mit Deiner Debit- oder Kreditkarte nutzen. Der Bezahldienst akzeptiert American Express, MasterCard und Visa der kooperierenden Banken. Aktuell arbeitet Google Pay mit N26, boon., der Commerzbank und comdirekt zusammen. In Kürze sollen die Landesbank Baden-Württemberg LBBW und Revolut hinzukommen.

Hast Du Google Pay eingerichtet, funktioniert das Bezahlen im Laden ganz einfach.

Die Voraussetzungen: Du hast NFC an Deinem Handy aktiviert und im Geschäft ist bereits ein NFC-fähiges Terminal installiert.

Wo Du kontaktlos mit Karte zahlen kannst, ist auch das Bezahlen mit dem Smartphone möglich. Das ist bereits in zahlreichen Supermärkten und weiteren Geschäften in Deutschland der Fall. Auch viele Fahrkartenautomaten sind mit NFC-Terminals ausgestattet. Schaue aber zunächst nach, ob das auch für den Supermarkt um die Ecke zutrifft, bevor Du Bargeld und Karten zu Hause lässt.

Zahlen mit der Sparkassen-App

Die Sparkassen kooperieren nicht mit Google Pay. Der Sparkassen- und Giroverband hat nämlich eine eigene App entwickelt, um seinen Kunden das mobile Bezahlen zu ermöglichen. Die heißt schlicht „Mobiles Bezahlen“ und ist kostenfrei in den App-Stores erhältlich.

"Mobiles Bezahlen" bei der Sparkasse

Bist Du Sparkassen-Kunde, kannst Du Dir die App seit Anfang August 2018 herunterladen. Wie bei Google Pay funktioniert auch das Bezahlen mit „Mobiles Bezahlen“ nur mit Android-Smartphones.

Noch nehmen nicht alle Sparkassen in Deutschland an dem Service teil. Ob „Mobiles Bezahlen“ bei Deiner Sparkasse zur Verfügung steht, erfährst Du in dieser Liste.

„Mobiles Bezahlen“ einrichten und nutzen

Um „Mobiles Bezahlen“ zu nutzen, musst Du für das Sparkassen-Online-Banking angemeldet sein. In der App meldest Du Dich dann mit Deinem Online-Banking-Konto an. Jetzt kannst Du in der App Deine Sparkassen-Card oder wahlweise eine Sparkassen-Kreditkarte hinterlegen. Die Auswahl bestätigst Du einmalig mit einer TAN-Eingabe.

Falls gewünscht, kannst Du jetzt noch andere Einstellungen individuell anpassen. Du kannst zum Beispiel entscheiden, wann die App einsatzbereit sein soll. Die Zahlung kann bereits bei aktivierter Bildschirmsperre erfolgen, wahlweise aber auch erst, wenn Du das Smartphone entsperrt oder wenn Du die App gestartet hast.

Danach kannst Du Dich auch schon auf Shopping-Tour begeben. Das Bezahlen funktioniert wie mit Google Pay. Für Beträge bis 25 € musst Du in der Regel keine PIN eingeben. Alle über die App getätigten Zahlungen tauchen transparent in Deiner Kontoübersicht auf.

Mobil Bezahlen mit dem Dienst der Volksbanken und Raiffeisenbanken

Zum 13. August 2018 haben auch die genossenschaftlich organisierten Volksbanken und Raiffeisenbanken einen eigenen mobilen Bezahldienst eingeführt. Auch diesen Mobile Payment-Service gibt es erst einmal nur für Android.

Mobil bezahlen mit der VR Banking App

Zum Start machen rund 85 Prozent aller 915 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland mit. Die restlichen Institute sollen bis Dezember 2019 folgen.

So funktioniert das mobile Bezahlen der Volks- und Raiffeisenbanken

Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken brauchen zunächst die VR Banking-App. Die kannst Du unter vr-banking-app.de oder im Google Play-Store kostenlos herunterladen.

In der App findest Du den Menüpunkt „Digitale Karten“. Hier wählst Du aus, ob die mit digitaler Girocard, MasterCard oder Visa Card bezahlen möchtest. Die Bestellung der digitalen Karte bestätigst Du per TAN-Eingabe. Schon ist die gewünschte Karte hinterlegt und Du kannst mit dem Handy bezahlen.

Soll die Zahlung auch bei eingeschaltetem Sperrbildschirm funktionieren, aktiviere die Zusatzfunktion „ExpressZahlung“. An der Kasse musst Du dann nur noch das Display Deines Smartphones einschalten, die App brauchst Du nicht mehr öffnen. Die ExpressZahlung kannst Du nach Belieben aktivieren und deaktivieren.

Zahlst Du Beträge unter 25 €, klappt das auch mit der VR Banking-App in der Regel ohne PIN-Eingabe.

iPhone-Nutzer müssen sich noch etwas gedulden

Nutzer von Android-Smartphones haben jetzt immerhin drei Varianten zur Verfügung, mit denen sie per Handy bezahlen können. Vorausgesetzt natürlich, sie sind Kunde der VR-Banken, der Sparkasse oder der Unternehmen, die mit Google Pay kooperieren.

Wer in Deutschland mit dem iPhone bezahlen möchte, muss sich dagegen noch etwas gedulden. Zwar gibt es den Dienst schon seit vier Jahren in den USA und auch in Frankreich, Spanien und der Schweiz steht er schon zur Verfügung, nach Deutschland kommt er aber erst Ende 2018.

Ein konkretes Datum hat Konzernchef Tim Cook noch nicht genannt. Nachdem aber Konkurrent Google seinen Bezahldienst nach Deutschland gebracht hat, möchte Apple nicht mehr zu lange warten.

Aktuell ist auch noch nichts ganz sicher, mit welchen Banken und Kreditkarten-Firmen Apple zusammenarbeiten wird. Einige Unternehmen haben schon angekündigt, dass sie von Anfang an beim Bezahldienst dabei sein wollen. Dazu gehören American Express, die Deutsche Bank, die Hanseatic Bank, die Santander Bank, Unicredit, N26, VIMPay und boon. Andere Banken prüfen die Einführung noch oder warten auf die Freigabe von Apple (Stand Mitte August 2018).

Würdest Du mit dem Smartphone bezahlen?

Die Deutschen gelten ja als etwas skeptisch, wenn es um neue Technologien geht. Vor allem, wenn diese auch noch direkt die eigenen Finanzen betreffen.

Am liebsten zahlen deutsche Verbraucher immer noch mit Bargeld.

  • Rund 51 Prozent der Kunden zücken im Einzelhandel lieber Scheine und Münzen als eine Karte.
  • Rund 45 Prozent nutzen die Kartenzahlung.
  • Davon zahlen 23 Prozent mit Girokarte und nur 6 Prozent mit Kreditkarte.

Bei den reinen Einkäufen ist die deutsche Vorliebe fürs Bargeld sogar noch offensichtlicher: Fast 78 Prozent ihrer Einkäufe begleichen Kunden mit Bargeld. Vor allem kleinere Beträge zahlen sie lieber mit Münzen und Scheinen. Karten kommen meist erst bei Summen über 40 € zum Einsatz.

Wie gut stehen da die Chancen für Mobile Payment-Dienste?

Schnell, einfach und sicher soll das Bezahlen mit dem Smartphone sein. Zudem hygienischer, da Kunden oft nicht mal mehr das Touchpad des Terminals berühren müssen. Gleiches gilt nun auch für das kontaktlose Bezahlen per Karte. Viele Verbraucher denken aber, mit der Bargeldzahlung eine bessere Kontrolle über ihre Ausgaben zu behalten.

Wie siehst Du das? Würdest Du mit dem Smartphone bezahlen? Oder hast Du lieber Bargeld dabei? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Simone Gerdesmeier

Simone Gerdesmeier ist als freie Journalistin und ausgewiesene Mobilfunk-Expertin seit mehr als drei Jahren ein fester Bestandteil der smartphonepiloten-Redaktion.

Sie beschäftigt sich mit Themen wie Digital Lifestyle, aktuellen Tarifchecks sowie die Toplisten der Apps, die Du kennen musst.

Themen wie Gesundheit, Fitness und Ernährung haben es ihr besonders angetan und daher versuchen wir, den Spagat zwischen diesen Bereichen und der Welt des Mobilfunks hier zu meistern

Artikel & Beiträge von Simone Gerdesmeier

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