Apple Card: So funktioniert die Kreditkarte für iPhone-Nutzer

Apple Pay Card Beitragsbild
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Apple möchte neue Märkte erschließen, das hat die Keynote des Unternehmens Ende März gezeigt. Neben dem Streamingdienst Apple TV Plus stellte der Konzern auch seine erste eigene Kreditkarte vor, die Apple Card. Zunächst gibt es die virtuelle Karte nur in den USA, der Ansatz könnte sich jedoch auf die internationale Finanzbranche auswirken. Was unterscheidet die Apple Card von anderen Kreditkarten?

Apple steigt ins Finanzgeschäft ein – mit einer eigenen Kreditkarte

Über Apple Pay kannst Du in immer mehr Geschäften weltweit mit dem iPhone zahlen. Jetzt wagt Apple einen weiteren Schritt ins Finanzgeschäft. Auf der Keynote am 25. März 2019 stellte das Unternehmen eine eigene Kreditkarte vor.

Die Apple Card erscheint in Zusammenarbeit mit Goldman Sachs und Mastercard. Apple verfolgt dabei einige spannende Ansätze. Vor allem soll die Apple Card sicherer sein und Deine Privatsphäre besser schützen als herkömmliche Kreditkarten.

Wie funktioniert die Apple Card?

Die Vorstellung der Apple Card erregte einiges Aufsehen, vor allem, da sich die Kreditkarte deutlich von den bekannten Magnetstreifenkarten unterscheidet.

Bei der Apple Card handelt es sich um eine virtuelle Karte, die nur zusammen mit Apple Pay und der Wallet-App funktioniert. Eine physische Karte erhalten Nutzer weiterhin. Schon auf den ersten Blick lassen sich aber einige Unterschiede zu den Karten anderer Banken erkennen.

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Neben der virtuellen Kreditkarte erhältst du auch eine haptische Karte aus Titan.

Das Design der Kreditkarte ist so clean, wie Du es von anderen Apple-Produkten kennst. Die Apple Card besteht aus Titan und trägt neben dem Chip nur das Apple-Logo und den Namen ihres Besitzers. Unterschrift, Ablaufdatum, vollständige Kartennummer? Fehlanzeige. Über dem Magnetstreifen stehen lediglich die letzten vier Ziffern der Kartennummer.

Wer die genauen Informationen einsehen möchte, erfährt diese erst aus der Wallet-App. Die vollständige Kartennummer gibt es selbst für die Kreditkartenbesitzer nicht zu sehen. Das hat sicherheitsrelevante Gründe.

Die Apple Card aktivieren und bezahlen

Die virtuelle Kreditkarte lässt sich kostenlos in der Wallet-App beantragen. Auch die physische Karte verschickt Apple kostenfrei. Um die physische Kreditkarte zu aktivieren, tippen Nutzer sie einmal aufs iPhone. Daraufhin erscheint auf dem Smartphone-Bildschirm eine Pop-up Ansicht der Karte mit Aktivierungsbutton. Das funktioniert auch, ohne die Wallet-App zu starten.

Über eine NFC-Funktion verfügt die Apple Card nicht, an kontaktlosen Terminals sollen iPhone-Besitzer per Apple Pay bezahlen. Ansonsten lässt sich die Apple Card aber wie jede andere Kreditkarte zum Einkaufen verwenden. Bezahlen können Nutzer in Geschäften und Online-Stores, die auch Mastercard akzeptieren – zumindest in den USA.

Semi-permanente Kartennummer zum sicheren Einkaufen

Wie lässt es sich nun mit der Kreditkarte bezahlen, wenn die vollständige Kartennummer nirgendwo zu sehen ist? Ganz einfach: Statt einer dauerhaften Kartennummer generiert Apple eine virtuelle, semi-permanente Kartennummer und einen virtuellen Bestätigungscode (CVV). Ein Tap aufs Smartphone-Display genügt, um eine neue Kartennummer und einen neuen CVV-Code erstellen zu lassen.

Dieses System soll das Bezahlen mit Kreditkarte noch sicherer machen. Vertraust Du einem Geschäftspartner nicht komplett, kannst Du die Kreditkartennummer nach dem Bezahlen einfach ändern. Die alte Nummer machst Du damit unbrauchbar und verhinderst Missbrauch.

Wer die Apple Card verwendet, um Abonnements zu bezahlen, muss die Kartendaten nach dem Nummernwechsel eventuell neu eintragen. Viele Unternehmen nutzen aber bereits sogenannte „Card on File“-Services und updaten die Account-Daten automatisch.

Die Kreditkartenrechnung bezahlen Nutzer der Apple Card schließlich vom eigenen Bankkonto aus per Online-Überweisung oder per Apple Pay.

Doppelte Bestätigung per CVV-Code und Touch- oder Face-ID

Wer mit der Apple Card bezahlt, bestätigt jede Transaktion mit dem individuellen CVV-Code. Jeder Bezahlvorgang mit der rein virtuellen Apple Card erfordert zusätzlich eine Bestätigung über Touch-ID oder Face-ID.

Bei Transaktionen über Apple Pay findet die Verifizierung während des Bezahlvorgangs statt, beim Bezahlen außerhalb von Apple Pay schaltet Apple die neue Kartennummer erst nach der doppelten Bestätigung frei.

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Hohe Sicherheit bei der Transaktion soll durch Face-ID und Touch-ID gewährleistet werden

Nach Informationen von Apple legt das Unternehmen auch großen Wert auf den Datenschutz. Nur der Besitzer der Apple Card soll wissen, was genau er mit der Kreditkarte einkauft. Apples Partner Goldman Sachs verspricht, keine Nutzerdaten zu sammeln oder für Marketing-Zwecke weiterzugeben.

Cashback-Aktion: Geld zurück beim Bezahlen mit der Apple Card

Attraktiv erscheint auch die Cashback-Aktion, mit der US-Kunden bei einem Einkauf mit der Apple Card Geld zurück erhalten:

  • Beim Einkauf im Apple Store via Apple Pay gibt es 3% der Summe zurück.
  • Beim Bezahlen mit der virtuellen Apple Card über Apple Pay in anderen Geschäften gibt es 2% der Summe erstattet.
  • Bezahlst Du mit der physischen Titankarte gibt es 1% der Einkaufssumme als Cashback.

Wallet-App zeigt das Ausgabeverhalten

Wer den Überblick über seine Ausgaben mit der Apple Card behalten möchte, findet in der Wallet-App bunte Diagramme. Die App listet alle Einkäufe mit Summe, Geschäftsnamen und Kaufort auf. Alle Ausgaben ordnet sie zudem verschiedenen Kategorien zu. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wo das eigene Geld tatsächlich bleibt.

Besitzer der Apple Card können sich ihre Ausgaben in einer täglichen, wöchentlichen und monatlichen Übersicht anzeigen lassen.

AppleWallet

Im Wallet kannst Du dir deine Transaktionen anschauen. Die kategorisiert deine Ausgaben und zeigt dir an wofür Du wie viel ausgibst.

Welche Gebühren fallen für die Apple Card an?

Für das Ausstellen der Karte sowie für die einzelnen Bezahlvorgänge erhebt Apple keine Gebühren. Selbst eine Ersatzkarte können Nutzer kostenlos bestellen, sollte die alte einmal verloren gehen.

Zunächst gab es einige Gerüchte, dass säumige Zahler Strafzinsen oder Verspätungsgebühren entrichten müssten. Entsprechende Regelungen gibt es jedoch nicht. Wer seinen finanziellen Spielraum überschätzt und zu viel per Kreditkarte eingekauft hat, kann mit Apple einen persönlichen Zahlplan aushandeln und die Kreditkartenrechnung in monatlichen Raten begleichen.

Wie bei Kreditkarten üblich, müssen Nutzer allerdings mit hohen Überziehungszinssätzen rechnen. Abhängig von der persönlichen Kreditwürdigkeit liegen diese in den USA zwischen 13 und 24 Prozent. Welche Konditionen für Nutzer in anderen Ländern anfallen, ist bislang noch fraglich.

Kommt die Apple Card auch nach Deutschland?

Bis Du die Apple Card in Deutschland nutzen kannst, musst Du noch warten. Zunächst gibt es die Kreditkarte nur in den USA. Ab Sommer 2019 sollen US-amerikanische Bürger die Titankarte anfordern können.

Schon Apple Pay brauchte einige Jahre, um nach der Einführung in den USA in Europa anzukommen. Es besteht aber durchaus Hoffnung, dass die Apple Card irgendwann ihren Weg nach Deutschland findet. Der für die Kartenausgabe zuständige Partner Goldman Sachs hat immerhin auch eine deutsche Banklizenz.

Richard Gnodde, CEO von Goldman Sachs International, kündigte bereits an, einen Release der Karte außerhalb der USA in Erwägung zu ziehen. Bis es soweit ist, hat die Bank die Chance, Erfahrungen im Privatkundengeschäft zu sammeln, in dem sie bislang noch kaum aktiv ist.

Auf dem deutschen Markt eine andere Bank als Partner für die Kreditkarte zu finden, dürfte sich für Apple auch schwierig gestalten. Deutsche Onlinebanken und auf Kreditkarten spezialisierte Institute geben bereits ihre eigenen Karten aus und wollen ihr Privatkundengeschäft vermutlich eher ungern durch die Apple Card beeinflussen.

Was hältst Du von der Idee einer virtuellen Kreditkarte? Würdest du eine solche in Deutschland gerne nutzen? Hattest du vielleicht schon schlechte Erfahrungen beim Bezahlen mit deiner herkömmlichen Kreditkarte und begrüßt ein System, dass sicherer sein soll? Schreib es uns gerne in die Kommentare und diskutiere mit.

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Niklas Foitzik

Niklas Foitzik ist der "Techie" im Team der smartphonepiloten und ist immer bestens informiert über die neuesten technischen Fortschritte im Mobilfunk- und Hardwaresegment.

Er beschäftigt sich mit aktuellen Smartphones bzw. Tablets und zeichnet sich für unsere Hardware-Tests verantwortlich. Außerdem recherchiert er auf zahllosen anderen Internetportalen zu neuen Gadgets und hat wohl mehr Hardware zuhause als sonst einer von uns. :)

Niklas studierte Allgemeine Sprachwissenschaften, Deutsche Philologie und Komparatistik an der Georg-August Universität Göttingen.

Die smartphonepiloten profitieren von seiner über Jahre aufgebauten Expertise im Bereich Technik, Mobilfunkfrequenzen, Hardware, Prozessoren und diversen -überwiegend technisch orientierten - Themen.

Schwerpunkte bei den smartphonepiloten

  • Recherche neuer Hardware und Software
  • Beratung zu technischen Besonderheiten von Smartphones
  • Technik-Artikel rund ums Thema Smartphone
Hobbies außerhalb der Arbeit

  • Literatur
  • American Football
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Android oder iOS?

Bei Software macht Apple keiner was vor. Die Bedienbarkeit ist für mich der einzige Kaufgrund für ein Apple iPhone. Ansonsten ist mir das zu teuer für die gebotenen Komponenten. Ich mag Hardware und da sind die vielen verschiedenen Android-Smartphones auf dem Markt einfach spannender.

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