5 WhatsApp-Alternativen: Was können Threema, Telegram, Wire & Co.?

WhatsApp-Alternativen
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WhatsApp ist der unbestrittene Marktführer unter den Messenger-Diensten. Datenschützer kritisieren allerdings, dass WhatsApp seit Herbst 2016 Nutzerdaten mit Facebook austauscht. Mehr Datenschutz bieten verschlüsselte Messenger, einige erlauben sogar die vollständig anonyme Nutzung. Hier stelle ich Dir fünf WhatsApp-Alternativen vor.

5 Alternativen zu WhatsApp, die auch Datenschützern gefallen

Datenschützer gegen WhatsApp

Viele Smartphone-Besitzer können sich ein Leben ohne WhatsApp nicht mehr vorstellen. Der Messaging-Dienst ist weltweiter Marktführer. Bereits im Februar 2016 verkündete das Unternehmen, die Marke von einer Milliarde Nutzern überschritten zu haben. In Deutschland nutzen mehr 58 Millionen Menschen den Messenger täglich (Stand Spetember 2019).

WhatsApp ist so praktisch wie simpel: Du lädst Dir die App einfach kostenlos aus dem App-Store herunter. Die Anmeldung erfolgt über Deine Telefonnummer. Nach der automatischen Registrierung kannst Du Dich direkt mit Deinen Kontakten austauschen.

Datenschützer wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisieren allerdings immer wieder den Umgang mit Nutzerdaten. Mittlerweile verfügt WhatsApp zwar über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sammelt aber Metadaten und gibt diese an den Mutterkonzern Facebook weiter. Wegen der Weitergabe der Telefonnummer hat der vzbv Ende Januar 2017 sogar Klage gegen WhatsApp eingereicht.

Der Datentausch mit Facebook erfolge teils widerrechtlich, so die Begründung der Verbraucherschützer. Auch die Hamburger Datenschutzbehörde und die EU Kommission haben Maßnahmen gegen WhatsApp eingeleitet. Inzwischen haben Facebook und WhatsApp einige Datenschutzrichtlinien jedoch umgesetzt.

Alle Freunde sind schon da – oder nicht? Das Problem mit WhatsApp-Alternativen

Willst Du Deine Daten schützen, auf Messenger-Dienste aber nicht verzichten? Eigentlich kein Problem. In den App-Stores findest Du zahlreiche Alternativen für Android und iPhones.

Ein Problem gibt es allerdings: Keiner der alternativen Messenger-Dienste hat auch nur eine annähernd so großer Nutzerbasis wie WhatsApp. Es kann also sein, dass Du Dich beim Messenger registrierst – und gar keine Deiner Kontakte findest.

Dennoch kann es sinnvoll sein, auf einen anderen Messenger-Dienst auszuweichen. Zum Beispiel aus beruflichen Gründen, weil Dein Arbeitgeber die Unternehmenskommunikation nicht über WhatsApp laufen lassen möchte. Oder für ein Tablet ohne aktive SIM-Karte. Machst Du den ersten Schritt, kommen vielleicht einige Deiner Freunde nach.

Doch für welche WhatsApp-Alternative oder zusätzlichen Messenger solltest Du Dich entscheiden? Ich stelle Dir fünf Apps vor.

WhatsApp-Alternative 1: Telegram

Mit Telegram versendest Du Textnachrichten, Fotos, Videos und Dokumente in vielen Formaten, die bis zu 1,5 GB groß sein dürfen. In Gruppenchats kannst Du Dich mit bis zu 1.000 Kontakten unterhalten.

Telegram Messenger

Telegram ist eine der beliebtesten Alternativen zu WhatsApp. Doch was zeichnet diesen Messenger aus?

Genau wie bei dem Open Source Messenger Signal (siehe unten) musst Du Dich für Telegram registrieren. Dafür möchte die App einen Vornamen wissen. Zudem verknüpft sich der Messenger mit Deiner Telefonnummer.

Telegram speichert Chatdaten in der Cloud. Dadurch lassen sie sich über mehrere Geräte hinweg synchronisieren. Den Messenger nutzt Du so über Android und iOS, Windows Phone, PC, Mac und Linux.

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten jedoch nur die „Secret Chats“. Die funktionieren nach dem Prinzip von Snapchat: Du kannst Nachrichten ein Verfallsdatum zuteilen, nach dessen Ablauf verschwinden sie automatisch. Seit Anfang 2017 lassen sich Nachrichten auch zurückziehen. Besonders praktisch ist die Funktion Nachrichten zu bearbeiten, so kannst Du deine Formulierungen ändern, ohne erneute Korrekturnachrichten, die unnötig Platz und Zeit kosten zu versenden.

Standardmäßig speichert Telegram Telefonnummern, Vor- und Nachnamen Deiner Kontakte. Willst Du das nicht, lässt sich die Funktion abschalten. Nutzt Du den Dienst länger als sechs Monate nicht, löscht Telegram alle Nutzerdaten automatisch.

iOS

‎Telegram Messenger
Preis: Kostenlos

Android

Telegram
Preis: Kostenlos

WhatsApp-Alternative 2: Threema

Über die Schweizer App Threema kannst Du Textnachrichten, Bilder, Audios, Videos und Standortdaten versenden. Die Besonderheit: Um über Threema zu chatten, brauchst Du keine persönlichen Daten einzugeben, bleibst auf Wunsch also völlig anonym. Jedoch kostet die App einmalig Geld.

Threema Messenger

Threema: Das Schweizer Messer in Sachen Datenschutz?!

Der Dienst verschickt die Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch können weder der Betreiber noch andere Unbefugte mitlesen. In Gruppenchats kannst Du Dich mit bis zu 50 Mitgliedern gleichzeitig unterhalten.

Im Gegensatz zu WhatsApp ist Threema nicht kostenlos. Die Version für Android und iOS kostet 3,00 €. Möchtest Du Threema unter Windows benutzen, musst Du 1,99 € zahlen.

Deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse speichert Threema nur auf Wunsch und nur, um Kontakte zu synchronisieren. Freunde kannst Du über den Abgleich von Telefonnummer und E-Mail-Adresse finden. Auch diese Telefonbuchdaten speichert Threema nicht dauerhaft.

Möchtest Du Deinen Chatpartnern zeigen, wo Du gerade bist, musst Du Deine Standortdaten mit Google abgleichen. Dabei erhält Google Deine IP-Adresse, Deine Standortdaten und Informationen über die Konfiguration Deines Smartphones.

iOS

‎Threema
Preis: 3,49 €

Android

Threema
Preis: 2,99 €

WhatsApp-Alternative 3: Hoccer

Die Messenger-App Hoccer gibt es kostenlos für Android und iOS. Wie bei Threema kannst Du Dich auch für Hoccer vollkommen anonym anmelden, eine Telefonnummer oder Deinen Namen fragt die App nicht ab.

Hoccer Messenger

Was taugt die WhatsApp-Alternative Hoccer?

Nachrichten versendet der Dienst Hoccer mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Darüber hinaus kannst Du Fotos, Videos, Audio-Dateien und Deine Standortdaten verschicken. Eine Größenbeschränkung für Dateien gibt es nicht. Gruppenchats sind ebenfalls möglich.

Für den Abgleich mit Gruppen, Freunden und Profilen speichert Hoccer nur eine zufällig generierte Client-ID. Der Fokus auf Datenschutz macht es etwas umständlich, Kontakte zu finden. Anders als bei WhatsApp sind die nicht automatisch da. Du musst selbst aktiv werden und Einladungen verschicken.

Mit der „In der Nähe“-Funktion findest Du Hoccer-Kontakte in Deiner Umgebung. Allerdings schickst Du darüber Daten und Fotos an wirklich alle Hoccer-Nutzer, die gerade in der Nähe sind. Prüfe vor dem Absenden also besser, ob Du das wirklich willst.

iOS

Android

WhatsApp-Alternative 4: Signal

Edward Snowdon würde Signal nutzen. Macht er vielleicht auch. 🙂 Jedenfalls hat der Whistlerblower den ehemals als „Text Secure“ bekannten Messenger persönlich empfohlen.

Signal Messenger

Signal ist eine weitere beliebte Alternative zu WhatsApp – datenschutzrechtlich unbedenklich.

Signal eine ist quelloffene Software von Open Whispers System aus den USA. Die App gibt es für Android und iOS. Signal ist kostenlos, die Finanzierung erfolgt über Spenden aus der Community.

Textnachrichten, Fotos und Videos versendet die App verschlüsselt (Ende-zu-Ende) an Einzelpersonen und Gruppen. Außerdem kannst Du Deine Kontakte über die Datenverbindung anrufen. Unter Android verschickt Signal auch SMS und MMS, allerdings unverschlüsselt.

Der Messenger-Dienst braucht eine Verknüpfung mit Deiner Telefonnummer. Laut Datenschutzerklärung darf Open Whispers System Nutzerdaten unter bestimmten Voraussetzungen mit Dritten teilen. Jedoch werden weder Deine Nachrichten auf Servern gespeichert, noch in irgendeiner Weise anders abgelegt.

iOS

Android

WhatsApp-Alternative 5: Wire

Wire Swiss sitzt nicht etwa in der Schweiz, sondern in Berlin. Der Messenger Wire ermöglicht den verschlüsselten Austausch von Textnachrichten, Fotos und Videos. Außerdem kannst Du Gruppenanrufe tätigen und Bild- und Toninhalte von Spotify, Soundcloud oder YouTube teilen.

Dabei nutzt der Dienst eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wire bietet zudem verschiedene Versionen an, die  unteranderem eine provate Cloud oder ein direktes Vor-Ort-Serversystem benutzen. Für Unternehmen bietet Wire also einen besonders sicheren Instant Messenger an.

Wire bietet seinen Dienst in einem Abomodell an. Je nach länge des Abos kostet, der Dienst zwischen 4,00€ und 6,00€ im Monat. Für Firmen gibt es spezielle Angebote, bei denen Der Datenschutz ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden. Mit Wire Red bietet das Unternehmen zudem eine Kommunikationsmöglichkeit an, falls das Firmennetz nicht verfügbar, beschädigt oder kompromittiert ist. Effektiv werden hier alle Zugriffe vorsorglich eingerichtet, dass sie im Notfall sofort sicher und verfügbar sind.

Wire Messenger als WhatsApp-Alternative

Wire gibt es nicht nur für iOS und Android, sondern wahlweise auch auf dem PC, mac oder Tablet.

Wire gibt es für Android und iOS, ebenso für Windows und Mac OS X. Der Messenger funktioniert zudem in aktuellen Browsern.

Um Dich anzumelden, musst Du Deine Telefonnummer und Deinen Vor- und Nachnamen eingeben. Nachrichteninhalte speichert Wire verschlüsselt auf dem Server. Um Kontakte zu synchronisieren, lädt der Messenger Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus Deinem Adressbuch auf den Server. Diese Funktion kannst Du aber ausschalten.

iOS

Android

Wire - Sicherer Messenger
Preis: Kostenlos

Deine Meinung: WhatsApp oder nicht?

Wie sieht es mit Dir aus? Könntest Du Dir vorstellen, WhatsApp jemals den Rücken zu kehren? Oder nutzt Du vielleicht schon einen anderen Messenger? Welche Erfahrungen hast Du dabei gemacht?

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Simone Gerdesmeier

Simone Gerdesmeier ist als freie Journalistin und ausgewiesene Mobilfunk-Expertin seit mehr als drei Jahren ein fester Bestandteil der smartphonepiloten-Redaktion.

Sie beschäftigt sich mit Themen wie Digital Lifestyle, aktuellen Tarifchecks sowie die Toplisten der Apps, die Du kennen musst.

Themen wie Gesundheit, Fitness und Ernährung haben es ihr besonders angetan und daher versuchen wir, den Spagat zwischen diesen Bereichen und der Welt des Mobilfunks hier zu meistern

Artikel & Beiträge von Simone Gerdesmeier

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