5G: Wie ist der Stand ein Jahr nach der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen?

5G: Wie ist der Stand ein Jahr nach der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen?
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Extrem schnelle Internetverbindungen, autonom fahrende Fahrzeuge, miteinander vernetzte Maschinen: All das soll das 5G Mobilfunknetz möglich machen. Im Juni 2019 ging die Versteigerung der 5G-Frequenzen zu Ende. Was hat sich seitdem getan? Leider nicht viel. Noch immer ist 5G in Deutschland Zukunftsmusik. Die Netzbetreiber versprechen Besserung.

Wie steht es um den 5G-Netzausbau in Deutschland?

6,5 Milliarden Euro für 5G-Frequenzen

Insgesamt 6,5 Milliarden Euro haben deutsche Telekommunikationsunternehmen für die 5G-Frequenzen ausgegeben. Der Zuschlag ging an vier Provider: die Deutsche Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1 Drillisch.

Die meisten Frequenzen sicherte sich die Telekom. Neuling 1&1 Drillisch erwarb Frequenzen im Wert von 1,07 Milliarden Euro.

Die Pläne der Netzanbieter

Es sind stolze Summen, welche die Provider in die 5G-Option investieren mussten. Beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes hat sich im Laufe des vergangenen Jahres aber noch nicht viel getan. Ein Großteil der mehr als 80.000 Mobilfunkstationen in Deutschland ist noch nicht für den neuen Funkstandard ausgerüstet.

TelekomDie Netzbetreiber versprechen allerdings, dass sich dies in naher Zukunft ändern soll. Die Telekom möchte bis Ende 2020 über 40.000 Mobilfunkstationen auf 5G umrüsten. Damit könnte der Provider mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung mit 5G versorgen.

Genau wie die Telekom hat auch Vodafone bereits mit der Umrüstung der Mobilfunkstationen begonnen. Der Netzbetreiber möchte sich in diesem Jahr verstärkt auf den Netzausbau auf dem Land konzentrieren.

Netzbetreiber o2Die Telefónica plant derweil, in den kommenden Monaten das 5G-Netz in den fünf größten deutschen Städten auszubauen. Bis 2022 will der Provider 16 Millionen Menschen in 30 Großstädten ans 5G-Netz anbinden.

Warum verzögert sich der 5G-Ausbau?

Verzögerungen beim NetzausbauAber warum geht der Ausbau des 5G-Netzes in Deutschland eigentlich nur so schleppend voran? Die Netzbetreiber machen dafür unter anderem das Auktionsverfahren verantwortlich. Die Telekom kritisiert, dass die Provider so viel für die Frequenzen bezahlen mussten, dass ihnen nun das Geld für den Netzausbau fehle.

Doch auch andere Faktoren verzögern den Ausbau des Netzes. So wirkt sich zum Beispiel der Konflikt zwischen der US-Regierung und dem chinesischen Konzern Huawei bis nach Deutschland aus.

Streit um Huawei-Komponenten

Die US-Regierung möchte verhindern, dass die deutschen Netzbetreiber Technik von Huawei einsetzen. Die USA werfen dem chinesischen Technologieunternehmen Staatsspionage vor. Huawei bestreitet alle Vorwürfe.

Huawei-Technik kommt bereits für die 3G- und 4G-Netze zum Einsatz. Auch für die 5G-Technologie will die Bundesregierung Huawei nicht vollkommen ausschließen. Die deutschen Netzbetreiber versprechen derweil, Huawei-Technik nicht im Kernnetz einzusetzen.

Telefónica möchte zudem mit dem Ausrüster Ericsson zusammenarbeiten, verzichtet aber auch nicht vollständig auf eine Zusammenarbeit mit Huawei.

Auch England hat vor kurzem verkündet, das Huawei nicht am Ausbau der 5G-Technologie beteiligt sein wird.

National Roaming: Wer darf welche Funkmasten nutzen?

5G FunkmastStreitfragen haben die deutschen Netzbetreiber auch untereinander zu klären. Dabei geht es vor allem um das sogenannte National Roaming, die Mitnutzung von Funkmasten der Konkurrenz.

Wichtig ist das National Roaming vor allem für 1&1 Drillisch. Das Unternehmen verfügt noch nicht über eigene Funkmasten und ist daher darauf angewiesen, die Infrastruktur der anderen Anbieter nutzen zu dürfen.

Die Mitnutzung ihrer Funkmasten wollen sich die anderen Provider allerdings gut bezahlen lassen. 1&1-Chef Ralph Dommermuth beschwert sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur über „Mondpreise„.

Eine staatliche Verpflichtung zum National Roaming gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur hat den Providern lediglich auferlegt, miteinander in Verhandlung zu treten. Während sich die Diskussionen dahinschleppen, verzögern sie den Netzausbau.

Schwierige Standortsuche

Eine weitere Herausforderung für den 5G-Ausbau ist die Suche nach passenden Standorten. Für eine möglichst flächendeckendes 5G-Netz reicht es nämlich nicht aus, die bestehenden Masten zu modernisieren. Die Provider müssen auch viele Funkmasten neu bauen.

Dafür brauchen sie aber passende Grundstücke. Diese Flächen müssen sie anschließend erschließen und mit Glasfaser ausstatten. Anwohner reagieren aber nicht überall begeistert auf die Pläne, neue Funkstationen in ihrer Nähe aufzubauen. Einige Bürgerinitiativen haben sich bereits gegen die Vorhaben der Netzbetreiber gewendet.

Zukunftspaket soll 5G-Ausbau vorantreiben

Zukunftspaket soll 5G-Ausbau vorantreibenUm den Ausbau des 5G-Netzes voranzutreiben, hat die Bundesregierung Anfang Juni 2020 ein sogenanntes Zukunftspaket beschlossen. Das ist Teil des Konjunkturpakets und regelt unter anderem, wie viel Geld in die Entwicklung von Software für das 5G-Netz fließen soll.

So möchte die Regierung zum Beispiel fünf Milliarden Euro in eine Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft investieren. Diese staatliche Gesellschaft soll sich vor allem darum kümmern, Funkmasten in ländlichen Gebieten aufzubauen. Auf diese Weise möchte die Regierung weiße Flecken in der Mobilfunkversorgung beseitigen.

Es fehlt auch noch an 5G-fähigen Smartphones

Selbst, wenn schon morgen ein halbwegs gut ausgebautes 5G-Netz zur Verfügung stünde, könnten viele Mobilfunkkunden es dennoch nicht nutzen. Es fehlt nämlich auch noch an einem breiten Angebot von 5G-fähigen Smartphones.

Die Hersteller bieten zwar bereits 5G-fähige Highend-Modelle an, in niedrigeren Preissegmenten gibt es allerdings noch keine Auswahl. Mobilfunkexperten schätzen, dass es noch ein bis zwei Jahre dauern wird, bis sich 5G-fähige Smartphones durchsetzen.

Welche Geräte die 5G-Funktechnologie jetzt schon beherrschen, erfährst Du in unserer Übersicht über 5G-fähige Smartphones.

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Thomas Kämmer ist der Tarifexperte im Team der smartphonepiloten und hat auf so ziemlich jede Frage rund um das Thema Mobilfunk die passende Antwort. Er hat jahrelang bei einem bekannten deutschen Mobilfunkunternehmen namens mobilcom-debitel im Kundenservice gearbeitet und ist daher Experte im Bereich Handytarife, Datentarife, Surfsticks & Co.

Außerdem kennt er durch seine Erfahrung im Customer Service im Mobilfunk die vielen Tricks der Anbieter genau und weiß, worauf Du als Verbraucher besonders achten solltest. Das gilt nicht nur beim Gespräch mit der Hotline, sondern auch bei der Recherche und der Auswahl des richtigen Angebots.

Bei den smartphonepiloten berichtet Thomas Kämmer von seinen Erfahrungen und steht Dir mit seinem nahezu unerschöpflichen Know-how sowohl bei Tarif- und Vertragsfragen als auch bei technischen Problemen zur Verfügung.

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Daher erfolgte der Wechsel auf iOS und damit bin ich auch zufrieden!

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