Yandex.Phone: Was kann das erste Smartphone des russischen Internet-Giganten?

Yandex Phone
Share

Am Nikolaustag hat der russische Internet-Gigant mit dem Yandex.Phone sein erstes Android-Smartphone vorgestellt. Die Hardware verspricht wenig Aufregendes. Das Unternehmen nutzt das Smartphone vor allem als Umgebung für seine eigenen Applikationen. Herzstück ist der Sprachassistent „Alice“.

Was ist eigentlich Yandex?

Yandex ist Russlands Internet-Gigant. Das Unternehmen kombiniert die Geschäftsmodelle von Google, Amazon und Uber.

Yandex stellt die in Russland beliebteste Suchmaschine, betreibt den umsatzstärksten Online-Marktplatz des Landes und bietet den größten Fahrdienst an. Laut eigenen Angaben machte das Unternehmen im dritten Quartal 2018 einen Umsatz von 32,6 Milliarden Russische Rubel, umgerechnet 430 Millionen Euro.

Jetzt nimmt Yandex auch den russischen Smartphone-Markt ins Visier. Der ist hart umkämpft: Samsung und Huawei beherrschen jeweils die Hälfte des Marktes. Dem Marktforschungsinstitut IDC zufolge lieferten beide Hersteller im dritten Quartal 2018 etwa zwei Millionen Geräte nach Russland.

Der russische Markt ist zwar vergleichsweise klein, legte im vergangenen Jahr aber um 18,2 Prozent zu. Im dritten Quartal 2018 wurden rund 11,5 Millionen Smartphones verkauft. Durch seine Marktmacht hat Yandex die besten Voraussetzungen, auch Smartphone-Nutzer zu erreichen. Immerhin hat fast jeder Russe schon einmal einen Yandex-Dienst genutzt.

Am 6. Dezember stellte Yandex nun sein erstes Smartphone vor. Der etwas unkreative Name: Yandex.Phone.

Bauen lässt Yandex das Mobiltelefon in China. Mit welchen Spezifikationen nimmt es den Kampf gegen die internationale Konkurrenz auf?

Was kann das Yandex.Phone?

Über ein eigenes Betriebssystem verfügt das Yandex.Phone nicht. Der russische Internet-Gigant nutzt Android 8.1 (Oreo). Damit bleibt Yandex hinter der internationalen Konkurrenz zurück. Ihre Top-Geräte bieten Hersteller wie Samsung und Huawei bereits mit Android 9 (Pie) an.

Auch die Hardware erscheint eher veraltet. Punkten soll das Yandex.Phone durch vorinstallierte Applikationen aus dem eigenen Hause.

Die Ausstattung – Prozessor, Display, Kamera

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Hardware.

Im Inneren arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 630 Prozessor, wie er auch in Mittelklasse-Smartphones Anwendung findet. Der Bildschirm misst 5,65 Zoll und bietet eine FullHD+ Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixel. Die Bildschirmränder sind relativ breit, dafür gibt es keine abgerundeten Kanten.

Yandex Phone: Preis, Features & Ausstattung

Der Arbeitsspeicher umfasst 4 GB RAM, an internem Speicherplatz stehen 64 GB zur Verfügung. Per microSD lässt sich der Speicher auf bis zu 128 GB erweitern.

Auf der Rückseite sitzt eine Kamera mit Doppellinse mit einer Auflösung von 16 und 5 Megapixel. Die Frontkamera am oberen Bildschirmrand bringt es auf 5 Megapixel Auflösung.

Ebenfalls auf der Rückseite sitzt ein Fingerabdrucksensor. Das kontaktlose Bezahlen funktioniert über NFC. An Anschlüssen stehen USB-C und eine 3,5-mm-Klinke zur Verfügung.

Hier kommt Alice!

Die Spezifikationen lösen kaum Begeisterungsstürme aus. Da bietet die Konkurrenz weit mehr Leistung.

Yandex nutzt das Yandex.Phone allerdings in erster Linie, um die hauseigene künstliche Intelligenz „Alice“ zu stärken. „Alice“ ist das Pendant zum Google-Sprachassistenten und zu Apples Siri. Seit Mai 2018 steht die AI auf dem russischen Markt zur Verfügung. Laut Yandex ist sie mittlerweile der meist genutzte Sprachassistent des Landes.

„Alice“ bringt rund 34.000 sogenannte Skills mit: Sie kann Essen bestellen, ein Taxi rufen, Flüge buchen oder Funktionen starten. Ähnlich wie bei Amazons „Alexa“ können Drittanbieter diese Skills weiterentwickeln.

Im Yandex.Phone soll „Alice“ den Nutzern einen umfassenden Zugang zu den Yandex-Apps geben. Einzelne Apps zu öffnen, ist nicht mehr nötig, die Nutzer fragen einfach den Sprachassistenten. So beschreibt Fedor Yezhov, stellvertretender Direktor von Yandex.

Die vorinstallierten Apps

Und das sind die Apps, die sich ab Werk auf dem Yandex.Phone befinden: Zum einen ist da Yandex.Maps, das Pendant zu Google Maps, mit Karten und Navigationsfunktion sowie einer Parkplatzsuche. Zusätzlich bekommen Käufer des Yandex.Phones ein kostenloses sechsmonatiges Abo für Yandex.Plus.

Yandex Phone Apps

Yandex.Plus gewährt den Nutzern unbegrenzten Zugriff auf den Musikdienst Yandex.Music. Dazu gibt es Rabatte für den Cloud-Dienst Yandex.Drive und die Taxi-App Yandex.Taxi.

Wer ein Yandex.Phone kauft, bekommt außerdem ein Yandex.Taxi Guthaben in Höhe von umgerechnet vier Euro. Schließlich gibt es noch eine Gutschrift in Höhe von 6,60 Euro für einen Yandex.Money-Account. Nutzen Smartphone-Besitzer Yandex.Money zum Bezahlen, erhalten sie drei Monate lang 10 Prozent Cashback auf alle Einkäufe.

Wo gibt es das Yandex.Phone zu kaufen?

Das Yandex.Phone gibt es nur auf dem russischen Markt. Seit dem 6. Dezember ist es im Yandex-Flaggschiff-Store in Moskau erhältlich, seit dem 7. Dezember auch online. Der Preis beträgt 17.990 Russische Rubel, umgerechnet etwa 240 Euro.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
1 Bewertungen, durchschnittlich: 2,00 von 5 Sternen
Jannik Degner

Jannik ist der Gründer der smartphonepiloten. Er bloggt hier zu aktuellen Themen aus der Welt des Mobilfunks - vom Ratgeber mit hilfreichen Tipps & Tricks über Tarifübersichten mit den besten Angeboten bist zu brandheißen Deals. Dank jahrelanger Erfahrung und Zusammenarbeit mit verschiedenen Mobilfunkanbietern kennt er die Tricks der Branche und berät, schreibt und berichtet hier von seinen Erfahrungen.

Seit 2012 hat er sich der Welt des Mobilfunks verschrieben und interessiert sich für Mobilfunkstandards, Handytarife, aktuelle Smartphones, Technik-Gadgets, den digitalen Lifestyle und das vernetzte Zuhause. Wenn man ihn nicht gerade am Macbook vorfindet, dann ist er entweder in der Küche und testet innovatives eKitchen-Equipment oder er sitzt - ganz analog - am Klavier. :)

Facebook | Instagram | XING | YouTube

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

You have to agree to the comment policy.