10 Tipps, mit denen Du Datendieben das Leben schwerer machst

10 Tipps gegen Datendiebe

Passwörter, Adressdaten, Standortdaten: Auf einem Smartphone befindet sich so einiges, was Du nicht mit Unbefugten teilen möchtest. Mit internen Sicherheitseinstellungen und einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen kannst Du Dein Smartphone vor Angriffen schützen. Du willst Datendieben das Leben schwerer machen? Kein Problem, in diesem Artikel gebe ich dir zehn Tipps, mit denen Du Datenklau vorbeugen kannst.

Wie Du mit 10 Tipps Dein Smartphone sicherer machst – und Datendieben keine Chance gibst

Tipp 1: Das Telefon sperren

Wenn Du Dein Smartphone einschaltest, musst Du zunächst eine PIN eingeben. Die vierstellige Nummer ist der absolute Basisschutz gegen Datendiebe. Bei den meisten Smartphones lässt sich zudem eine Bildschirmsperre einrichten. Erst nach Eingabe eines weiteren Codes oder gegen Fingerabdruck ist überhaupt erst etwas auf dem Bildschirm zu sehen.

Handy PIN

Eine PIN sollte unbedingt vergeben werden, um den Zugriff Fremder auf Dein Smartphone zu verhindern. Alternativ kannst Du auch Touch-ID, Fingerabdruckerkennung oder sonstige biometrische Sicherheitsverfahren einrichten

Aber hast Du die ab Werk voreingestellte PIN oder den Entsperrcode eigentlich geändert? Viele Handybesitzer verzichten darauf. Für ein Plus an Sicherheit solltest Du jedoch eigene PINs und Passwörter vergeben.

Hier findest Du die dafür nötigen Funktionen:

Android

  • Bei Android kannst Du die PIN hier ändern: Einstellungen > Standort und Sicherheit > SIM-Kartensperre einrichten.
  • Zusätzlich kannst Du ein Passwort, ein bestimmtes Muster oder eine PIN zum Entsperren der Bildschirmanzeige festlegen: Einstellungen > Standort und Sicherheit > Bildschirmsperre Anzeige konfigurieren.

iOS

  • Unter iOS bearbeitest Du die Bildschirmsperre unter Einstellungen > Code.
  • Die SIM-Karten PIN aktivierst und änderst Du unter Einstellungen > Telefon > SIM-PIN.
  • Unterstützt Dein iPhone „Touch ID“, entsperrst Du es mit dem Fingerabdruck. Die Einstellungen ändern kannst Du unter Einstellungen > Touch ID & Code.

Windows Phone

  • Beim Windows Phone befindet sich die entsprechende Funktion unter Einstellungen > Sperrbildschirm > Kennwort aktivieren und Code festlegen.
  • Die SIM-Karten PIN aktivierst und änderst Du für Windows Phones unter Einstellungen > Anwendungen > Telefon > SIM-PIN-Abfrage.

Wie bei allen Passwörtern und PINs gilt auch in diesem Fall: Wähle nichts, was zu offensichtlich ist. Keine Geburtsdaten, keine Namen von Eltern, Freund oder Freundin oder Haustieren. Für ein sicheres Passwort verwende Kleinbuchstaben, Großbuchstaben, Ziffern und, falls möglich, Sonderzeichen.

Tipp 2: Aktiviere die verschlüsselte Datensicherung

Hast Du Dein Smartphone verloren? Oder hat es Dir sogar jemand gestohlen? Das ist mehr als ärgerlich. Hast Du richtig vorgebeugt, machst Du es Dieben aber immerhin schwerer, an Deine Daten zu kommen.

Zu diesem Zweck solltest Du die verschlüsselte Datensicherung aktivieren.

Android-Smartphone verschlüsseln

Unter Android verschlüsselst Du auf diese Weise den Speicher Deines Smartphones und damit sensible Nutzerdaten sowie einige Systembereiche:

  • Die Funktion findest Du unter Einstellungen > Standort und Sicherheit > Gerät verschlüsseln & SD-Karte verschlüsseln.
  • Um auf den Speicher zuzugreifen, musst Du dann eine PIN eingeben.

Kleiner Nachteil: Diese PIN ist identisch mit der PIN für den Sperrbildschirm. Wer eine PIN knackt, kennt also auch die andere. Besser als keine Verschlüsselung ist diese Funktion aber auf jeden Fall.

Der Verschlüsselungsprozess nimmt meist eine Viertelstunde bis eine Stunde in Anspruch. Die Performance Deines Smartphones beeinflusst die Verschlüsselung anschließend nicht.

iPhone verschlüsseln

Apple macht es iPhone-Besitzern noch leichter. Unter iOS musst Du die Verschlüsselung nicht manuell einstellen. Sie ist bereits von Werk aus voreingestellt. Auch ein Passwort musst Du nicht vergeben.

Mit iOS 7 hat Apple zudem eine zweite Schutzebene eingeführt. „Data Protection“ heißt diese und schützt einzelne sensible Daten im Speicherbereich einer App mit einer separaten PIN. Das gilt automatisch für all Apps, die Du unter iOS 7 installiert hast.

Selbst wenn ein Dieb den Sperrbildschirm knackt, kann er noch nicht auf diese sensiblen Daten zugreifen. Ein Test von heise Security bestätigte die Wirksamkeit von Data Protection. Ausnahmen gelten allerdings für Kontaktdaten, Notizen, Kalender und iMessages.

Windows-Phone verschlüsseln

Ein Windows-Phone kannst Du erst ab Version 10 des Betriebssystems verschlüsseln. Die Verschlüsselung gilt zudem nur für den internen Speicher des Smartphones, nicht für eine eventuell verwendete SD-Karte.

So funktioniert es:

  • Rufe Einstellungen > System > Geräteverschlüsselung auf.
  • Schalte die Gerätesteuerung ein.
  • Hast Du noch keine PIN eingestellt, fordert Dich das Smartphone auf, jetzt eine festzulegen.
  • Nach Eingabe der PIN ist das Windows-Phone schon verschlüsselt.

Tipp 3: Schütze Dich vor Phishing-Attacken

Gefälschte Mails Deiner Bank, angebliche Schreiben von Amazon oder von Deinem E-Mail-Provider, die Dich alle dazu auffordern, auf einen Link zu klicken und dort Benutzername und Passwort einzugeben: Phishing-Mails im Posteingang sind schon eine Last.

Auch Smartphone-Besitzer haben unter Phishing-Attacken zu leiden. Datendiebe versuchen, mit Mails, Messanger-Nachrichten oder SMS Schadsoftware auf dem Smartphone zu installieren.

Sei daher vorsichtig, wenn Du Nachrichten von einem unbekannten Absender erhältst. Öffne nichts, was Dir dubios erscheint. Lasse am Smartphone dieselbe Sorgfalt walten wie am PC beim Umgang mit Mails.

Phishing Mail

Besonders perfide: Phishing-Betrüger senden Mails im Namen großer Unternehmen. Hier am Beispiel der Telekom mit einer angeblichen Rechnung als ZIP-Datei. Dahinter verbirgt sich ein Trojaner … also nicht öffnen!

Hier noch ein paar Hinweise zu der eben angesprochenen E-Mail. Bei Rechnungen und Mahnungen wirst Du in der Regel IMMER mit Deinem vollständigen Namen angesprochen. Außerdem finden sich Infos wie Kundennummer oder Anschrift bzw. Telefonnummer. All das findet sich in der obigen Mail nicht. Außerdem ist allein an Grammatik und Rechtschreibung zu sehen, dass es sich wohl kaum um eine offizielle Kundenkommunikation der Telekom handelt.

Aber allein durch die grafische Ähnlichkeit zu den Mails der Deutschen Telekom klicken viele Empfänger auf den Anhang und laden sich damit Schadcode, Viren und Trojaner auf ihre Geräte. Daher bitte immer genau prüfen!

Sofern Du keine persönlichen Angaben findest oder die E-Mail durch wirre Satzstellung geprägt ist, kannst Du davon ausgehen, dass es sich um Spam handelt. Auch werden Rechnungen nicht mehr per ZIP-Datei versendet. Lass‘ es im Zweifel lieber drauf ankommen und riskiere eine Mahnung per Post – öffne aber NIEMALS Dateien, wenn Dir die E-Mail dubios vorkommt.

Tipp 4: Lade Apps nur aus bekannten Stores herunter und prüfe sie vor der Installation

Für Android-Nutzer gibt viele Optionen, Apps auf das Smartphone zu laden. Allerdings kannst Du auf den ersten Blick nicht erkennen, ob die Apps frei von Schadsoftware sind.

Lade Apps daher nur aus seriösen und bekannten App-Stores herunter. Dazu gehört der Google Play Store für Android.

Als iPhone-Besitzer beziehst Du Deine Apps ohnehin von iTunes.

AppStores von Apple und Google

Zwar können auch die großen, seriösen Stores keine 100-prozentige Sicherheit garantieren. Sie minimieren allerdings das Risiko, Dir mit der App auch einen datenausspähenden Trojaner aufs Smartphone zu laden.

Damit nicht die App selbst zum Datendieb wird, solltest Du Dich genau über den Anbieter und die jeweiligen Datenschutzbestimmungen informieren. Tipps, mit denen Du Dich vor allzu neugierigen Apps schützt, habe ich in diesem Ratgeber zum Thema Datenschutz auf dem Smartphone zusammengestellt.

Sei außerdem vorsichtig bei In-App-Käufen. App-Stores prüfen diese kostenpflichtigen Zusatzangebote oft nicht so genau. Über diese Hintertür kann daher Schadsoftware auf Dein Smartphone gelangen.

Tipp 5: Installiere Updates besser manuell

Ein aktuelles Betriebssystem und aktuelle Software bieten einen besseren Schutz gegen Viren und Trojaner. Mit einem automatischen Update kannst Du aber auch schwarzen Schafen das Tor öffnen.

Installiere Updates daher besser manuell. Das gilt für Updates des Betriebssystems, insbesondere aber für Updates für Apps.

Mit jedem Update können sich zudem die Datenschutzbestimmungen der Apps ändern. Lies‘ Dir diese daher vor der Installation des Updates aufmerksam durch. So vermeidest Du, den App-Anbietern zu viel von Dir preiszugeben.

Tipp 6: Nutze mobile Webseiten statt Apps

Apps sind ohne Frage komfortabel. Viele Dienste erreichst Du aber auch über mobile Webseiten.

Eine mobile Webseite lässt sich vielleicht nicht ganz so einfach navigieren wie eine App. Allerdings muss sie erst Dein Einverständnis abholen, bevor sie auf Deine Daten zugreift.

Eine App darf das schon, wenn Du den entsprechenden Nutzungsbedingungen zugestimmt hast.

Tipp 7: Verwende den Browser im privaten Modus

Ganz gleich, welchen mobilen Browser Du nutzt: Du kannst diesen auf den privaten Modus einstellen.

Im Privatmodus speichert der Browser weniger Daten. Er legt kurzfristig keine Chronik der besuchten Seiten an und speichert keine Cookies. Du surfst also vergleichsweise anonym.

Privater Surfmodus

Darüber hinaus solltest Du den Verlauf Deiner besuchten Webseiten regelmäßig löschen. Gleiches gilt für Cookies.

Hier findest Du die Browser-Einstellungen:

  • Unter Android: Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Cache leeren und Verlauf löschen.
  • Auf dem iPhone: Einstellungen > Safari.
  • Auf dem Windows Phone: Einstellungen > Anwendungen > InternetExplorer.

Deaktiviere außerdem die Speicherung von Formulardaten. So können andere nicht sehen, welche Webseiten Du im Browser aufgerufen hast.

Dein Browser sollte sich zudem keine Passwörter merken dürfen. Andernfalls haben Diebe leichtes Spiel, wenn sie sich unter Deinem Namen auf Webseiten einloggen wollen.

Tipp 8: Deaktiviere GPS, wenn Du den Ortungsdienst nicht brauchst

Verwendest Du gerade ein Navigationssystem, ist es logisch, dass dieses über GPS auf Deine Standortdaten zugreift. Brauchst Du den Ortungsdienst jedoch gerade nicht, solltest Du ihn deaktivieren.

  • Unter Android GPS deaktivieren: Einstellungen > Standort und Sicherheit > GPS-Satelliten verwenden
  • Unter iOS GPS deaktivieren: Einstellungen > Ortungsdienste
  • Auf dem Windows Phone GPS deaktivieren: Einstellungen > Ortung

Tipp 9: Deaktiviere WLAN und Bluetooth

Unterwegs nutzt Du gerne öffentliche WLAN-Hotspots, um Dein Datenvolumen zu schonen. Das ist ja auch praktisch. Meldet sich Dein Smartphone aber automatisch in jedem offenen WLAN-Netz an, öffnet es möglichen Angreifern das Tor. Darüber hinaus gibt es Deine Standortdaten preis.

WLAN & Bluetooth ausschalten

WLAN und Bluetooth können potentiellen Zugriff auf Deine Gerät gewähren. Daher solltest Du beides deaktivieren, wenn Du es nicht verwendest. Weiter Vorteil: Du verlängerst damit die Akkulaufzeit.

Gleiches gilt, wenn Du ständig die Bluetooth-Funktion aktiviert hast. Andere Geräte im Umfeld können Dein Smartphone orten und eventuell unerwünscht darauf zugreifen.

Diese drei Dienste solltest Du daher nur aktivieren, wenn Du sie tatsächlich brauchst. So schaltest Du sie aus:

Android

  • WLAN deaktivieren: Einstellungen > Standort und Sicherheit > Drahtlosnetzwerke verwenden
  • Bluetooth deaktivieren: Einstellungen > Bluetooth

Entferne jeweils den Haken hinter den einzelnen Punkten.

iOS

  • WLAN deaktivieren: Einstellungen > WLAN-Netzwerk
  • Hotspot-Funktion deaktivieren: Einstellungen > Allgemein > Netzwerk > Persönlicher Hotspot
  • Bluetooth deaktivieren: Einstellungen > Allgemein > Bluetooth

Stelle hier jeweils den Schieberegler auf „Aus„.

Windows Phone

  • WLAN deaktivieren: Einstellungen > System > WLAN
  • Bluetooth deaktivieren: Einstellungen > System > Bluetooth

Tipp 10: Verwende Verschlüsselungsdienste

Du bist im Café oder in der Bibliothek und willst Dich ins öffentliche WLAN-Netz einwählen. Damit schonst Du Dein Datenvolumen. Andererseits machst Du Dein Smartphone angreifbar.

Dagegen schützt ein VPN.

VPN steht für Virtual Private Network oder Virtuelles Privates Netzwerk.Die VPN-Verbindung verschlüsselt Deine Daten und leitet sie über einen VPN-Server an die Webseiten, die Du besuchst. In der Regel nutzen VPNs einen Proxy-Server im Ausland.

Androids integrierter VPN-Client

Ab Android 4.0 ist der VPN-Client praktischerweise schon mit an Bord des Smartphones. Du findest ihn unter Einstellungen > Drahtlos und Netzwerke > Virtual Private Networks (VPNs) einrichten und verwalten.

Hier kannst Du auswählen, welches VPN-Protokoll Du verwenden möchtest. In der Regel hast Du die Wahl zwischen PPTP, L2TP, L2TP/IPsec PSK oder L2TP/IPsec CRT. Die letzte Variante gilt als Sicherste.

Einige VPN-Protokolle erfordern ein digitales Sicherheitszertifikat, eine Art elektronischen Personalausweis. Zertifikate gibt es unter anderem vom Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie für Wissenschaften.

Um Dein Android-Handy für die Verwendung von Sicherheitszertifikaten einzurichten, gehe ins Menü Einstellungen > Sicherheit und wähle hier Sichere Anmeldeinformationen aus. Hinterlege ein Passwort für den Speicher der Anmeldeinformationen.

VPN-Apps herunterladen

Wollt Ihr Euch nicht damit beschäftigen, einen eigenen VPN-Client einzurichten, gibt es im Google Play Store oder bei iTunes kostenlose oder sehr günstige VPN-Apps zum Download.

Beliebt für Android sind zum Beispiel die Apps Hotspot Shield VPN, Tunnelbear VPN und SurfEasy VPN.

NordVPN funktioniert unter Windows und iOS, ebenso ExpressVPN. Beliebt unter iOS ist zudem der Dienst Private Internet Access (PIA) Anonymous VPN.

Die kostenlose Version der Dienste begrenzt meist Dein Datenvolumen. In der Regel kannst Du über den VPN-Client nur 500 MB versurfen. Unbegrenztes Datenvolumen kostet Dich etwa zwischen zwei und vier Euro pro Monat.

Deine Erfahrungen mit Datendieben

Wie schützt Du Dein Smartphone vor Datendieben? Kennst Du noch weitere Sicherheitseinstellungen oder Vorsichtsmaßnahmen?

Hast Du vielleicht schon Erfahrungen mit Datendieben gemacht? Hat jemand Deine Accounts gehackt? Konnte jemand Deine sensiblen Daten auslesen?

Berichte doch von Deinen Erfahrungen. Ich freue mich über Kommentar. Und auch über eine Bewertung mit vier oder sogar fünf Sternen, wenn Dir der Artikel gefallen hat.

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