Oneplus-Smartphones senden personalisierte Nutzungsprotokolle

One Plus Smartphone
Share

Der Smartphone-Hersteller Oneplus muss sich mit internationaler Kritik auseinandersetzen. Ein Blogger hatte aufgedeckt, dass Oneplus-Smartphones unanonymisierte und detailreiche Nutzungsprotokolle versenden und dass sich dieses Eigenleben der Geräte nicht abschalten lässt.

Herstellereigenes OxygenOS streamt Geräteinformationen

Oneplus erklärte, dass der unfreiwillige Datenexport nicht zu deinstallieren sei, da die Daten zur Verbesserung des Kundensupports benötigt würden. Gegenüber der Website Android Authority räumte ein Sprecher des Unternehmens ein, dass die Vorwürfe des Security- und Tech-Bloggers Christopher Moore zutreffend seien. So gebe es zwei Datenströme, von denen jener mit den Nutzungsdaten abschaltbar, jener mit den Geräteinformationen aber zwingend stattfinden müsse. Der chinesische Hersteller Oneplus war bereits zuvor in die Kritik geraten, etwa weil das OnePlus 5 beim Notruf abstürzte, Displays falsch eingebaut waren und der After-Sales-Support als sehr schlecht bewertet wurde. Offenbar wurden die gestreamten Nutzerdaten nicht effizient zur Bearbeitung von Nutzeranfragen verwendet.

Nutzerverhalten wird ungefragt protokolliert

Als Christopher Moore Anfang Juni den Datenverkehr der Oneplus-Smartphones analysierte, fiel ihm die häufig angesteuerte Domain „open.oneplus.net“ auf. Smartphones senden dorthin Datenströme zur Authentifizierung und mit einem Zugangs-Token sowie in base-64 codierte Nutzerdaten im JSON-Format. Der Hersteller erfährt so, wie oft jeder Nutzer das Display einschaltete und wann das Betriebssystem abstürzte. Des Weiteren werden die IMEI-Nummer, Telefonnummern, der IMSI-Präfix, Mac-Adressen, WLAN-Namen sowie die Gerätenummer übertragen. Da man ein Oneplus-Telefon nur im Direktversand vom Hersteller erhalten kann, kann dieser Gerätenummern zu Kunden zuordnen. Der OnePlus Device Manager und der OnePlus Device Manager Provider sammeln unter anderem Daten dazu, wann welche App verwendet wurde. Alles in allem soll ein OnePlus-Gerät bis zu 16 Megabyte Daten innerhalb von zehn Stunden an seinen Hersteller übertragen.

Annegret Pannier

Hallo, ich bin Annegret und freie Texterin. Hier bei den smartphonepiloten schreibe ich News und andere Artikel über Hardware, Juristisches, Anwendungen für mobile Geräte und weitere interessante Themen.

Das könnte Dich auch interessieren …