Lichtsteuerung für’s Smartphone: Philips Hue, Osram Lightify & Alternativen

Philips Hue
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Das Smarthome für alle Lebensbereiche ist nicht unbedingt für jeden erschwinglich. Die smarte Lichtsteuerung mit Systemen wie Philips Hue ist zwar nicht günstig, aber in jedem Fall preiswert. ich selbst verwende seit mittlerweile zwei Jahren Philips Hue bei mir Zuhause und bin derzeit auf der Suche nach einer neuen Lösung für's Büro. Zeit also, einen Blick auf meine Erfahrungen mit Philips Hue und die möglichen Alternativen zu werfen.

Smarte Lichtsteuerung mit dem Smartphone: Meine Erfahrungen mit Philips Hue

Wie funktioniert eigentlich die smarte Lichtsteuerung?

Du möchtest Deine Beleuchtung über Dein Smartphone steuern? Bunte Farben und flashige Discoeffekte sind voll Dein Ding? Oder suchst Du nach smarten Lösungen wie automatischer Lichteinschaltung, wenn Du nach Hause kommst?

Dann ist ein System wie Philips Hue für Dich interessant. Auch ich war zunächst abgeschreckt von den vergleichsweise hohen Kosten für ein paar einfach Glühbirnen. Aber so einfach sind diese Glühbirnen gar nicht.

Bei Philips Hue gibt es für rund 150 € ein Starterset – bestehend aus drei Leuchten und der Hue Bridge. Dabei handelt es sich quasi um die Schaltzentrale, welche die Befehle der Philips Hue App in Signale für die Lampen übersetzt. Die Bridge wird über WLAN oder Ethernet-Kabel mit Deinem Roter verbunden und erkennt alle eingeschraubten Lampen automatisch. Einfach die Lampen in die Fassung einsetzen und das System erkennt die Leuchten.

Mit der Philips Hue App können alle Lampen benannt und zugeordnet werden. Eine Ansteuerung und Farbwahl ist je Leuchte möglich, faule Menschen können aber auch auf die voreingestellten Szenen und Lichtrezepte zurückgreifen.

Für die Übermittlung der Signale kommen verschiedene Smarthome-Standards zum Einsatz. Über Zigbee können bis zu 50 Leuchten ferngesteuert werden. Kompatibilität besteht darüber hinaus mit den Systemen von Telekom Smart Home, Apple HomeKit und Qivicon.

Meine Erfahrungen mit Philips Hue nach zweijähriger Erfahrung

Mittlerweile habe ich Philips Hue rund zwei Jahre lang im Einsatz. Die smarte Lichtsteuerung hat in meinem Wohnzimmer die „normale“ Deckenbeleuchtung komplett überflüssig gemacht. Angefangen habe ich mit einem Starter-Set mit drei Lampen und der Hue Bridge. Schnell kam allerdings noch ein flexibler LED-Streifen namens LightStrip, eine weitere Lampe sowie eine Hue Go dazu.

Mir persönlich ist eine dezente Hintergrundbeleuchtung sehr wichtig. Ich mag keine funktionalen, grellen Deckenleuchten oder Halogenstrahler. Daher war Philips Hue für mich das System der Wahl – trotz der hohen Kosten.

Philips Hue

Die Steuerung über die App oder über Amazon Echo funktioniert problemlos – manchmal gibt es leichte Latenzen, aber das kann auch daran liegen, wenn zwei unterschiedliche Netzwerke verwendet werden. In einem einzelnen WLAN sollte es zu diesen Verzögerungen nicht kommen. Es ist ebenfalls möglich, die Beleuchtung zu Hause über das Internet zu steuern. Dazu ist allerdings eine kostenfreie Registrierung auf meethue.com notwendig.

Mittlerweile habe ich mir auch einen Philips Hue Lichtschalter zugelegt, der mir auf Knopfdruck die gewünschte Lichtstimmung bringt. Auf Wunsch gibt es zusätzlich auch Bewegungsmelder und andere Gadgets.

Verschiedene Farben und Lichtrezepte bringen Abwechslung

Das besondere Feature an Philips Hue ist natürlich nicht das reine Ein- und Ausschalten über das Smartphone, sondern die Farbwahl. Zwar gibt es auch ein System, welches nur weißes Licht unterstützt – aber das ist ja irgendwie langweilig und wenn überhaupt nur für Badezimmer, Küche oder sonstige – etwas sterilere – Räume geeignet. Wobei der Gedanke, sein Badezimmer in marineblau zu tauchen auch durchaus seinen Reiz hat. 🙂

Philips Hue bietet voreingestellte Lichtszenen und Lichtrezepte, die auf verschiedenen Farben oder Situationen aufbauen. Beispielsweise gibt es Lichtrezepte zum Lesen, Relaxen oder einfach eine Einstellung „Hell“. Die Farben variieren in einem breiten Spektrum. Zwar liest man immer mal wieder davon, dass einige Bloggerkollegen die Farbwahl als etwas eintönig bezeichnen, dem kann ich mich aber nicht anschließen.

Allerdings nutze ich ohnehin nur rund 4 Szenen, die mir besonders gut gefallen. Und wenn man dann doch mal Langeweile haben sollte, kann man ja ein bisschen mit den Reglern rumspielen und eine neue Szene erstellen. So zum Beispiel geschehen beim Superbowl 2017 – in den Farben Blau, Rot und Weiß in Anlehnung an die New York Patriots. 🙂

Weiterhin bietet Philips Hue eine API-Schnittstelle für Drittentwickler, die auch IFTTT unterstützen. Damit kann die Lichtsteuerung in einen Workflow übernommen werden – damit sind beispielsweise folgende Szenarien möglich:

  • Ändern des Lichts bei Eintreffen einer Mail
  • Blaues Licht einstellen, wenn es draußen regnet.
  • Licht bei Dunkelheit oder Bewegung automatisch einschalten

Manche mögen es als Spielerei bezeichnen – ich möchte allerdings nicht mehr darauf verzichten.

Mein Fazit zu Philips Hue: Jederzeit gerne wieder …

Ich persönlich finde farbiges Licht sehr stimmungsvoll und ansprechend. Mit Philips Hue als System bin ich bis auf kleine Abstriche sehr zufrieden. Leider musste ich für meine Leuchten adaptieren, da ich eine E14 Fassung und eine E27 Lampe habe. Entsprechende Adapter gibt es aber bei Amazon – in diese darf man die Lampen nur nicht zu fest eindrehen, da es sonst einen Kurzschluss geben kann, der mit einem Defekt der teuren Hue Lampe einhergeht.

In den zwei Jahren Nutzungszeit ist mir das bisher jedoch noch nicht geschehen und alle Leuchten verrichten ihren Dienst hervorragend.

Ein weiteres Manko ist der vergleichsweise hohe Preis, der mich auch ein wenig davon abhält, das gleiche System für mein Büro zu kaufen. Wenn ich alles über einen Daumen rechne, bin ich für das Starterset plus Lightstrip plus drei zusätzlichen Leuchten und Hue Go schnell mal eben bei mehr als 500 €. Eine Investition, die schnell mal doppelt und dreifach überlegt wird.

Aber es gibt ja auch noch andere Systeme – daher lasse ich Euch in diesem Artikel an meiner Entscheidungsfindung teilhaben und werfe außerdem eine Blick auf Osram Lightify und andere Philips Hue Alternativen.

Das Philips Hue Startset sowie Zubehör gibt es unter anderem bei Amazon.

Alternativen zu Philips Hue: Von Osram Lightify über Innr zu IKEA

Osram Lightify: Alternative zu Philips Hue

Mit Lightify bietet auch Osram eine smarte Lichtsteuerung an, die in direkter Konkurrenz zu Philips Hue steht. Dieses System interessiert mich auch, daher habe ich mich zu Osram Lightify mal schlau gemacht …

Dabei gibt es ebenfalls eine Bridge, die allerdings direkt in die Steckdose eingesteckt wird und über WLAN mit dem Router verbunden werden muss. Anschließend können auch mit Osram Lightify die Leuchten über das Smartphone und die zugehörige Lightify App gesteuert werden. Allerdings scheint es bei Osram eine Registrierungspflicht zu geben – diese entfällt bei Philips Hue, wenn das Smarthome nicht über das Internet gesteuert werden soll.

Osram Lightify

Die Fassungsgrößen sind die gleichen, die es bei Philips Hue auch gibt – also ein E27-Sockel sowie der GU10-Sockel. Einen großen Vorteil sehe ich in den Lightify Steckdosen. Diese lassen sich ebenfalls via App ansteuern – damit können auch ganz normale Leuchten mit Standard-Leuchtmitteln verwendet werden- ideal wenn keine Farbsteuerung notwendig sein sollte. Die Osram Steckdosen lassen sich übrigens auch über Philips Hue steuern.

Osram Lightify bietet im Gegensatz zu Philips Hue keine ortsbasierte Steuerung der Leuchten an. Somit ist es mit diesem System also nicht möglich, das Licht beim Eintreffen automatisch einzuschalten bzw. beim Verlassen der Wohnung automatisch auszuschalten. Das ist denke ich noch zu verkraften, allerdings wird . auch IFTTT wird von Osram Lightify nicht unterstützt. Damit ist es beispielsweise möglich, das Licht bei Eintreffen einer Mail reagieren zu lassen oder andere Workflows.

Die Funktionsvielfalt scheint ansonsten gleichwertig zu der von Philips Hue zu sein – natürlich gibt es auch farbige Lampen. Für mich würde Osram Lightify allerdings aufgrund fehlendem IFTTT nicht in Frage kommen – auch wenn das System etwas günstiger ist als die Lösung von Philips.

Das Osram Lightify Startserset gibt es bei Amazon – das gilt auch für das Zubehör wie Steckdosen, zusätzliche Lampen etc.

Belkin WeMo: Lichtsteuerung als Baustein eines modularen Smarthome-Konzepts

Belkin WeMo Smarthome

Einen etwas anderen Weg verfolgt Belkin mit dem WeMo System. Diese Lösung ist nicht primär für die smarte Lichtsteuerung bestimmt, sonder bietet ein modulares Baukastensystem für ein erschwingliches Smarthome. Es gibt beispielsweise folgende Hardware:

  • schaltbare Steckdosen für Beleuchtung, Fernseher, Kaffeemaschine etc.
  • Beleuchtungsset – allerdings ohne Farbwahl
  • IP-Kameras zur Überwachung

Das Belkin Starterset ist mit rund 80 € recht günstig – allerdings vermisse ich die farbliche Steuerung der Beleuchtung, so dass dieses System für mich leider nicht in Frage kommt. Wer allerdings ein günstiges Smarthome aufbauen möchte, dem könnte das Belkin WeMo-System durchaus gefallen.

Die Smarthome-Lösungen von Belko WeMo können bei Amazon erworben werden.

Innr: Konkurrenz aus der Niederlanden

Konkurrenz für Philips Hue kommt ebenfalls aus den Niederlanden. Mit Innr gibt es eine neue Lösung für smarte Lichtsteuerung, die etwas günstiger ist als das Hue System von Philips.

Neben den Standard-Leuchtmitteln E27 und G10 gibt es von Innr auch zahlreiche Möbelleuchten für Unterbauschränke, Fächer im Bücherregal oder Decken- und Pendelleuchten. Die Vielfalt ist hier also höher als bei Philips Hue. Übrigens: Die Innr Lampen sollen auch an die Bridges von Hue und Lightify anmeldbar sein.

Innr Lichtsteuerung

Wer eine solche Bridge noch nicht hat, kann auch bei Innr direkt eine entsprechende eigene Steuerungszentrale kaufen.

Bei Innr gibt es mittlerweile auch farbige Lampen, die Millionen von Farben darstellen können. Damit könnte das System eine echte Alternative zu Philips Hue darstellen. Ich werde mir das für mein Büro in jedem Fall nochmals genauer ansehen – immerhin sind die Innr Lampen deutlich günstiger als die Philips Hue Leuchten.

Auch die Lampen und die Bridge von Innr gibt es bei Amazon.

IKEA Smarthome: Mit Trådfri zum drahtlosen Lichtsystem

Mit Trådfri bietet auch IKEA ein System für die drahtlose Lichtsteuerung an. Dabei setzt der Riese aus Schweden vor allem auf einen günstigen Preis. Lampen mit E27-Sockel gibt es bereits ab rund 10 €.

Interessant dürfte das System vor allem für IKEA-Kunden sein, die ihr Wohnzimmer größtenteils im schwedischen IKEA-Stil eingerichtet haben, denn die Leuchten passen in zahlreiche Möbelstücke – eigentlich also voll mein Ding, schließlich stammt meine Büroausstattung überwiegend von IKEA.

IKEA Tradfri Lichtsteuerung

Allerdings gibt es beim IKEA Trådfri System auch Nachteile: Bislang sind keine RGB-Lampen erhältlich, die farblich steuerbar sind. Auch hier ist nur das drahtlose Dimmen möglich. Weiterhin gibt es eine Kompatibilität zu Hue oder Osram Lightify. Mal sehen, was sich hier noch tut. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber auch IKEA Trådfri in meinen Augen keine vollwertige Philips Hue Alternative.

Mehr Infos zu der Smarthome Lösung gibt es direkt auf der Website von IKEA.

Fazit: Welches drahtlose Lichtsystem ist das Beste?

Im Moment gehe ich stark davon aus, dass ich mich auch für mein Büro für Philips Hue entscheiden werde. Auch wenn die Lösung am teuersten ist, so konnte mich die drahtlose Lichtsteuerung in den letzten Jahren voll und ganze überzeugen. Einen genaueren Blick werde ich aber auch auf Innr werfen – gerade da diese Leuchten mit der Philips Hue Bridge kompatibel sein sollten. Da lässt sich bestimmt noch etwas sparen.

Ich halte Euch über meinen Entscheidungsprozess in jedem Fall auf dem Laufenden. Falls noch jemand weitere Infos oder Vorschläge hat, dann immer her damit! 🙂

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Jannik Degner

Jannik ist der Gründer der smartphonepiloten. Er bloggt hier zu aktuellen Themen aus der Welt des Mobilfunks - vom Ratgeber mit hilfreichen Tipps & Tricks über Tarifübersichten mit den besten Angeboten bist zu brandheißen Deals.

Als freier, hauptberuflicher Journalist sowie Mitglied im Deutschen Journalisten Verband Schleswig-Holstein (DJV) arbeitet er mit dem Schwerpunkt Mobilfunk, Telekommunikation, Technik und Smartphones. Er berät, schreibt und berichtet bei den smartphonepiloten von seinen beruflichen wie privaten Erfahrungen mit verschiedenen deutschen Mobilkfunkunternehmen und hilft bei Problemen.

Seit 2012 hat er sich der Welt des Mobilfunks verschrieben und interessiert sich für Mobilfunkstandards, Handytarife, aktuelle Smartphones, Technik-Gadgets, den digitalen Lifestyle und das vernetzte Zuhause.

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