Modulare Smartphones: LG G6 zukünftig ohne modulares Steckprinzip

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Anfang des Jahres brachte LG ein modulares Smartphone auf den Markt. Das Modell punktete mit Friends-Modulen, durch welche das Handy individuell um weitere Komponenten ergänzt werden kann. Die Steckteile kamen bei den Kunden aber weniger gut an, sodass der Hersteller zukünftig auf das Friends-Prinzip verzichten möchte. Warum blieb die innovative Idee hinter den Erwartungen zurück und was schreckt viele vom modularen Smartphone ab?

Modulare Smartphones: Warum es so schwierig ist …

Ein modularer Versuch von LG

Modulares Smartphone

Dem koreanischen Hersteller LG ist mit seiner G-Serie über Jahre hinweg ein anhaltender Erfolg gelungen. Auch wenn Samsung dennoch höhere Verkaufszahlen aufwies, konnte sich LG besonders mit der G-Serie durchaus behaupten. Dann kreierten die kreativen Köpfe des Unternehmens ein modulares Smartphone.

Das LG G5 sollte sich positiv von der Konkurrenz absetzen – mithilfe modularer Elemente. Akku und Lautsprecher konnten etwa problemlos herausgenommen und getauscht werden. Eigentlich eine gute Idee, wo doch manche Smartphones nur noch über fest verbaute Akkus verfügen, die bei Defekten nicht selbst getauscht werden können.

Besitzer der Smartphones kritisierten dann allerdings, dass das Austauschen nicht einfach sei und die Anzahl der verfügbaren Module nur gering sei. Die Verkaufszahlen blieben unter den Erwartungen und führten dazu, dass das Nachfolgemodell wieder ohne Zusatzmodule angeboten werden soll.

Die Idee der Austauschteile ist nicht neu

Auch andere Hersteller haben sich am modularen Konzept versucht. Die Idee dahinter ist es, Elektroschott zu vermindern. Denn wenn Akkus und andere Teile getauscht werden können, dann kann Defektes erneuert werden und das ohne großartigen Aufwand. Lässt sich ein Display ohne viel Mühe tauschen, dann wird ein Handy nicht durch ein neues ersetzt, nur weil das Display defekt ist. Auch austauschbare Chips und Speichermodule, Kameras oder Mikrofone sind durchaus auf dem Markt vertreten – allerdings bei Nischenprodukten.

Da Smartphones inzwischen immer mehr Funktionen erhalten und damit die Nutzungsdauer von Smartphones sinkt – schließlich locken neue Modelle mit besseren Funktionen – ist die Idee erweiterbarer Mobiltelefone durchaus sinnvoll. Technologien entwickeln sich rapide weiter, wie etwa beim Wettrennen der Hersteller um die besten Kameras deutlich wird. Werden einzelne Komponenten hingegen nur ausgetauscht, anstatt das komplette Schmartphone zu verschrotten, dann schont diese die Ressourcen. Zudem muss weniger in die neuen Anbauteile investiert werden als in ein komplett neues Handy.

Warum das modulare Smartphone noch nicht ausgereift ist

Vielleicht lag der Misserfolg des modularen Smartphones am Basiskonzept, welches nicht bis zum Schluss durchdacht war. Die modularen Smartphones sind noch innovativ, neu und stecken in den Anfängen. Neue Technik bedeutet auch, dass diese vergleichsweise teuer ist. Die Zusatzmodule gehen mit weiteren Kosten einher.

Vielleicht war es den Käufern dann doch zu teuer, in weitere Module zu investieren? Ein anderer Grund für den ausbleibenden Erfolg war der Zusatznutzen. So war das zusätzliche Kameramodul zwar eine technische Verbesserung, aber keine sehr bedeutende. Vielleicht war es auch einfach zu viel von allem. Das G5 bot etwas Modularität, etwas Nachhaltigkeit. Das Konzept wurde nicht so weit umgesetzt, dass alles austauschbar ist.

Vergleichbare Pläne von Google

Modules Smartphone Google Ara

Ein ähnliches Smartphone wurde von Google konzipiert und hörte auf den Namen Google Ara. An das Grundmodell, welches die zentralen Funktionen beinhaltet, können bei diesem Modell seitliche Module eingeclipst werden. Nachhaltigkeit, individuelle Erweiterbarkeit und Flexibilität sollte dieses Smartphone von Google bieten. Später überdachte Google sein Konzept und wollte das Display und andere zentrale Bestandteile doch nicht austauschbar machen, sondern nur erweiterbar. Es sollte etwa eine bessere Kamera geben und so entstanden erste, noch etwas grob wirkende Prototypen. Die Kosten der Module sollen aber höher gewesen sein als gedacht und so stellte Google sein Projekt Ara schließlich ein.

Deine Meinung zur Modularität

Modulare Smartphones sind eine interessante Idee. Aber wie sollten diese Handy aussehen, damit sie ankommen? Ist das Konzept interessant für Dich oder bleibst Du lieber beim All-in-one-Smartphone?

Andrea Augustin

Hallo, ich bin Andrea und blogge bei den smartphonepiloten zu aktuellen Mobilfunktrends und spannenden Angeboten rund ums Telefonieren. Ich entdecke gern Neues und teste innovative Ideen.

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