Diese 3 Heimweg-Apps begleiten Dich sicher im Dunkeln nach Hause

Nach-Hause-Weg
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Im Dunkeln allein nach Hause zu gehen, empfinden viele als unangenehm. Wird Dir unterwegs auch manchmal mulmig? Verschiedene Anbieter haben Heimweg-Apps entwickelt. Als digitalen Begleiter sollen sie Deinen Weg sicherer machen.

Wie das funktioniert, was die Heimweg-Apps können und welche Alternativen es zu den Apps gibt, zeigen wir Dir hier im Artikel.

Wie funktionieren Heimweg-Apps?

Der Arbeitstag hat mal wieder länger gedauert und Du musst im Dunkeln nach Hause. Oder Du warst bis spät in die Nacht mit Freunden unterwegs und machst Dich jetzt allein auf den Heimweg. Solche Situationen kennt jeder. Und fast jeder kennt auch das mulmige Gefühl, das uns unterwegs im Dunkeln beschleicht: Was, wenn mir jemand folgt? Was, wenn ich gar überfallen werde? Schaffe ich es dann noch rechtzeitig, den Notruf anzurufen?

Vor allem Frauen fühlen sich allein im Dunkeln oft unsicher. Verschiedene Heimweg-Apps sollen Abhilfe schaffen. Sie verbinden Dich mit zuvor ausgewählten Kontaktpersonen, die aus der Ferne aus auf Dich aufpassen.

Die Apps wenden sich nicht nur an Frauen, sondern auch an Familien. Eltern sehen über die digitalen Begleiter, wenn ihr Kind sich zum Beispiel vom Sportunterricht aus auf nach Hause macht. Kinder fühlen sich unterwegs nicht so allein, sondern wissen, dass Mama oder Papa wenigstens virtuell ein Auge auf sie haben.

Welche Heimweg-Apps gibt es und wie gut erfüllen sie ihr Versprechen, unterwegs auf Dich aufzupassen? Hier stelle ich Dir eine Auswahl von fünf Diensten und Funktionen vor.

Heimweg-App No. 1: KommGutHeim App

Kommgutheim Heimweg-App

Die KommGutHeim App ist eine Entwicklung von drei Maschinenbau-Studenten der OTH-Regensburg. Katharina Hochmuth, Tim Hautkappe und Mario Pfaller haben mit ihrer Applikation einen lokalen Business-Wettbewerb gewonnen und konnten schon bald nach Veröffentlichung mehr als 40.000 Downloads verzeichnen.

Die KommGutHeim App basiert auf einem Grundprinzip, dessen sich die meisten Heimweg-Apps bedienen: Per Live-Standortübertragung folgen Kontaktpersonen Deinem Nachhauseweg und sehen immer, wo Du Dich gerade aufhältst.

Damit der digitale Begleiter funktioniert, laden sowohl Du als auch Deine Kontaktpersonen die App aufs Smartphone. Dann müsst Ihr die Ortungsdienste und die Push-Nachrichten freischalten. Voraussetzung ist außerdem eine Internet-Verbindung.

Fühlst Du Dich unterwegs unsicher, kannst Du einen Deiner Kontakte als Aufpasser anfragen:

  • Über die App schickst Du eine Push-Nachricht an einen Deiner Kontakte.
  • Nimmt die Kontaktperson an, erscheint auf ihrem Smartphone-Bildschirm eine Karte, auf der sie Deine Bewegungen nachvollziehen kann.
  • Bist Du sicher am Ziel angekommen, schickst Du eine Push-Nachricht an Deinen Kontakt. Dein Aufpasser weiß dann, dass alles in Ordnung ist.
  • Befindest Du Dich in Gefahr, kannst Du einen Notfall-Button aktivieren. Dann erhalten drei von Dir festgelegte Kontaktpersonen eine Notruf-SMS mit Deinem letzten Standort und können Hilfe holen.
  • Bemerkt Dein Aufpasser, dass Du auf dem Weg plötzlich stehenbleibst oder Dich in eine unvorhergesehene Richtung bewegst, kann er Dich anrufen oder direkt Hilfe informieren.

Um einen Fehlalarm zu vermeiden, verfügt die KommGutHeim App über eine Inaktivitätswarnung. Die fragt bei Dir nach, falls Du über längere Zeit das Smartphone nicht mehr betätigst. Deine Kontaktperson sieht außerdem Deinen Akkustand. So muss niemand Panik bekommen, falls wegen eines leeren Akkus plötzlich die Verbindung abbricht.

Die KommGutHeim App gibt es für iOS und Android-Phones. Die Basisversion bekommst Du kostenlos. Einen Notruf kannst Du aber nur in der kostenpflichtigen Premiumversion absetzen. Die kostet 1,99 Euro pro Monat oder 1,50 Euro, wenn Du ein Abo für ein halbes Jahr abschließt.

Hier geht es zu den Apps:

iOS

KommGutHeim
KommGutHeim
Preis: Kostenlos+

Android

KommGutHeim
KommGutHeim
Entwickler: Anuma UG
Preis: Kostenlos+

Heimweg-App No. 2: WayGuard

Wayguard Heimweg-App

Die Axa Versicherung und die Kölner Polizei haben gemeinsam die App WayGuard entwickelt. Die funktioniert ähnlich wie die KommGutHeim App der Regensburger Studenten:

  • Wieder müssen alle Beteiligten die App auf ihrem Smartphone installieren.
  • Vor der ersten Nutzung musst Du Dich mit Handynummer, Name und E-Mailadresse anmelden.
  • Brauchst Du einen Begleiter, wählst Du eine Deiner Kontaktpersonen aus und schickst dieser eine Anfrage.
  • Nimmt Dein Kontakt die Anfrage an, kann er Deinen Weg auf dem Smartphone-Bildschirm beobachten.
  • Unterwegs kannst Du außerdem mit Deiner Vertrauensperson telefonieren oder chatten.
  • Bist Du sicher angekommen, gibst Du das in der App an. Dein Begleiter erhält dann eine Push-Nachricht.

Sollte unterwegs wirklich einmal etwas passieren, können beide Nutzer über eine Wischfunktion die Leitstelle von WayGuard informieren. Das Team setzt sich dann umgehend mit der Polizei oder dem Rettungsdienst in Verbindung. Anhand Deiner GPS-Daten sieht das WayGuard-Team genau, wo Du Dich gerade aufhältst.

Eine Besonderheit von WayGuard: Die Kölner Polizei hat für die App einige Verhaltenstipps für Deinen Nachhauseweg zusammengestellt. Die App gibt es kostenlos für iOS und Android. Der Notruf ans WayGuard-Team erfolgt zum deutschen Festnetztarif.

Hier geht es zu den Apps:

iOS

WayGuard - Lass dich begleiten
WayGuard - Lass dich begleiten
Entwickler: AXA
Preis: Kostenlos

Android

WayGuard - Lass dich begleiten
WayGuard - Lass dich begleiten

Heimweg-App No. 3: Familonet

Familonet Heimweg-App

Die Zielgruppe von Familonet sind in erster Linie Eltern, die wissen möchten, ob ihr Kind sicher unterwegs ist. Du kannst die App aber auch zusammen mit Freunden nutzen.

Familien oder Freunde installieren die App auf ihrem Smartphone und meldet sich mit der eigenen Telefonnummer an. Jetzt kann einer von Euch eine Gruppe erstellen und die gewünschten Kontakte einladen. Ist einer von Euch unterwegs, sehen die anderen Gruppenmitglieder das auf einer Karte. Unterwegs kannst Du per Chat mit der Gruppe in Kontakt bleiben. Im Notfall sendest Du einen Hilferuf inklusive Standortdaten an Deine Kontakte.

Mit Familonet lassen sich außerdem Orte definieren, die Du besonders oft besuchst: zum Beispiel die Schule, die Uni, Dein Arbeitsplatz, das Fitness-Studio oder die Stammkneipe. Gruppenmitglieder erhalten auf Wunsch automatisch eine Nachricht, falls Du diese Orte verlässt oder sicher erreichst.

Wie alle Heimweg-Apps braucht auch Familonet Zugriff auf die Standortdaten und auf die Kontakte sowie eine stabile Internetverbindung. Die Basisversion für iOS und Android ist kostenlos, den vollen Funktionsumfang mit Alarmknopf gibt es aber erst mit der kostenpflichtigen Premium-Variante.

Hier geht es zu den Apps:

iOS

Ortung & Sicherheit Familie
Ortung & Sicherheit Familie
Entwickler: Familonet GmbH
Preis: Kostenlos+

Android

Familonet - Familien Standort teilen
Familonet - Familien Standort teilen

Alternativen zu den Heimweg-App

Das Heimwegtelefon

Heimwegtelefon

Du möchtest Dich nicht auf die Apps verlassen, sondern fühlst Dich sicherer, wenn Du unterwegs tatsächlich mit jemandem sprechen kannst? Freunde oder Familie haben aber gerade keine Zeit? Dann ruf das Heimwegtelefon an.

Zwei Freundinnen aus Berlin haben den ehrenamtlichen Telefondienst ins Leben gerufen. Ein schwedisches Angebot diente als Vorbild.

Das Heimwegtelefon erreichst Du aus ganz Deutschland unter der Nummer 030 – 12074182. Dabei gilt der normale Festnetztarif.

Momentan betreuen rund 50 ehrenamtliche Helfer die Hotline. Das reicht leider noch nicht, um den Telefondienst durchgängig zur Verfügung zu stellen. Erreichen kannst Du das Heimwegtelefon derzeit zu folgenden Zeiten:

  • Sonntag bis Donnerstag, 20:00 bis 24:00 Uhr
  • Freitags und Samstags, 22:00 bis 4:00 Uhr

Hilferuf mit On-Board-Mitteln: Die SOS-Funktion des Smartphones

Als Alternative oder zusätzlich zu den Heimweg-Apps kannst Du die SOS-Funktion Deines Smartphones aktivieren. Dieses Notfall-Feature gibt es auf den meisten Geräten. Auf Android-Geräten ist die SOS-Funktion seit Version 5.0 mit dabei, für das iPhone gibt es sie seit iOS 11.

SOS-Funktion auf Android-Geräten aktivieren

Auf dem Android-Smartphone musst Du die SOS-Funktion in der Regel erst aktivieren. Bei Samsung-Geräten findest Du sie beispielsweise unter „Einstellungen“ im Menü „Datenschutz und Sicherheit“, bei anderen Geräten auch unter „Einstellungen“ > „System“.

Unter dem Punkt „Notfallassistent“ stellst Du den Schalter „Hilfenachricht senden“ auf „Ein“. Zusätzlich kannst Du bis zu vier Kontakte festlegen, die Deinen Notruf erhalten sollen.

Betätigst Du dann dreimal hintereinander kurz den Power-Button, schickt das Smartphone eine Nachricht mit „Brauche Hilfe“ zusammen mit Deinen Standortdaten an die ausgewählten Kontakte. Außerdem nimmt es sowohl ein Foto von Dir und Deinem Gegenüber auf und schickt die Bilder ebenfalls mit.

SOS-Funktion auf dem iPhone aktivieren

Auf dem iPhone aktivierst Du die SOS-Funktion über die Health-App. Drückst Du den Power-Button und eine der Lautstärketasten, erscheint auf dem Bildschirm ein Schieberegler, mit dem Du den Notruf aktivieren kannst. Kommst Du gerade nicht ans Display, sendest Du den Notruf ab, indem Du Power-Button und Lautstärketaste etwas länger drückst.

Das iPhone informiert daraufhin automatisch den lokalen Rettungsdienst. Darüber hinaus schickt es eine SMS an zuvor ausgewählte Kontakte. Dabei übermittelt es immer auch Deine Standortdaten, selbst, wenn Du die Ortungsdienste gerade deaktiviert hast.

Fazit: Praktische Heimweg-Apps mit kleinen Schwächen

Heimweg-Apps sind unkomplizierte, praktische Helfer, die Dir zumindest ein Gefühl von mehr Sicherheit geben. Tritt ein tatsächlicher Notfall ein, gestaltet sich die Bedienung aber ein wenig umständlich. Damit Du überhaupt einen Notruf absetzen kannst, muss Die App im Vordergrund offen sein. Ob Du den Notfall-Knopf überhaupt erreichst, wenn Du angegriffen wirst, ist zudem fraglich. Gleiches gilt für die SOS-Funktion Deines Smartphones.

Immerhin kann auch Deine Vertrauensperson den Notruf aktivieren. Das wird aber in der Regel erst mit Zeitverzögerung geschehen.

Ein weiterer kleiner Nachteil: Die Heimweg-Apps verbrauchen relativ viel Energie und Du musst laufend online sein, was Datenvolumen frisst. Da die Anwendungen zudem auf Ortungsdienste und Kontakte zugreifen, könnten einige Smartphone-Nutzer Datenschutzbedenken haben.

Als gute Alternative erscheint da das Heimwegtelefon: Die ehrenamtlichen Helfer am anderen Ende können über ein zweites Telefon direkt den Notruf verständigen, falls Dir was passiert. Mit einer Allnet-Flatrate musst Du auch keine hohen Kosten fürchten. Bleibt zu hoffen, dass das Heimwegtelefon seinen Service bald noch ausbauen kann.

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Jannik Degner

Jannik ist der Gründer der smartphonepiloten. Er bloggt hier zu aktuellen Themen aus der Welt des Mobilfunks - vom Ratgeber mit hilfreichen Tipps & Tricks über Tarifübersichten mit den besten Angeboten bist zu brandheißen Deals.

Seit 2012 hat er sich der Welt des Mobilfunks verschrieben und interessiert sich für Mobilfunkstandards, Handytarife, aktuelle Smartphones, Technik-Gadgets, den digitalten Lifestyle und das vernetze Zuhause. Wenn man ihn nicht gerade am Macbook vorfindet, dann ist er entweder in der Küche und testet innovatives eKitchen-Equipment oder er sitzt - ganz analog - am Klavier. :)

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