10 Tipps – So kannst Du professioneller Filmen mit dem Smartphone

Tipps fürs Filmen mit dem Smartphone
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Wer besondere Momente auf Video festhalten möchte, greift heute meist zum Smartphone. Immerhin drehen viele Handy-Cams mittlerweile Videos in 4k-Qualität. Smartphone zücken, Kamera einschalten und drauflos filmen: So einfach klappt es dann doch nicht, sehenswerte Videos aufzunehmen. Hier bekommst Du 10 Tipps, mit denen Du mehr aus Deinen Smartphone-Videos herausholst.

Halte besondere Momente als Smartphone-Video fest

Nicht nur YouTuber nutzen für ihre Aufnahmen gerne das Smartphone. Wer Urlaubsvideos dreht, Aufnahmen von der Hochzeit, einem Geburtstag oder anderen besonderen Momenten macht, nimmt meist ebenfalls das Mobiltelefon in die Hand. Das Handy ist schließlich überall mit dabei und die Hersteller verbauen in vielen Modellen so gute Kameras, dass Du Dir einen zusätzlichen Camcorder sparen kannst.

Schaust Du Dir die Aufnahmen dann später am Computer an, sieht das Video aber oft nicht so aus, wie Du es Dir vorgestellt hast. Einfach nur die Kamera aufs Geschehen zu halten, führt nämlich noch nicht zu guten Filmen. Je besser Du Dein Video planst und Dich auf die Aufnahmen vorbereitest, umso besser gelingen Deine Filme und umso mehr Zeit sparst Du später bei der Nachbearbeitung.

Der grundlegende Tipp beim Filmen mit dem Smartphone lautet natürlich: Halte das Handy quer! Damit vermeidest Du schon einmal den gröbsten Anfängerfehler. Hier gebe ich Dir 10 weitere Tipps, damit Deine Smartphone-Videos sich sehen lassen können.

Tipp 1: Wähle die richtige Kamera-App

Die auf dem Smartphone vorinstallierte Kamera-App bietet nicht zwangsläufig die besten Funktionen. Es lohnt sich, mal einen Blick in den jeweiligen App-Store zu werfen und verschiedene Kamera-Apps für Android und iOS auszuprobieren. Viele empfehlenswerte Kamera-Apps sind zwar kostenpflichtig, die meisten kannst Du aber zum Test in einer Lite-Version herunterladen. Studiere auch Nutzerbewertungen, um herauszufinden, welche App zu Deinen Bedürfnissen passt.

Tipp 2: Überlege Dir ein Drehbuch

Einer der größten Anfängerfehler beim Videodreh ist es, einfach drauflos zu filmen. Möchtest Du wirklich gelungene Aufnahmen machen, mit denen Du auch noch Jahre später Dein Publikum begeistern kannst? Dann lege Dir ein kurzes Drehbuch an. Das muss gar nicht sonderlich ausgefeilt sein. Überlege Dir jedoch, was Du filmen möchtest und wie Du diese Momente in Szene setzen willst.

Nehmen wir einmal an, Du möchtest ein Video vom runden Geburtstag eines Freundes drehen.

  • Welche Momente sollen unbedingt auf den Film?
  • Willst Du zeigen, wie Gäste die Geburtstagstorte in den Raum tragen, wie Dein Freund die Kerzen ausbläst, wie Gäste tanzen?

Plane im Voraus, welche Szenen Du einfangen möchtest. Lege außerdem schon eine Abfolge der Szenen fest, an der Du Dich später im Schnitt orientieren kannst.

Im besten Fall kannst Du Dir die Location für Deine Videoaufnahmen schon vor dem eigentlichen Event ansehen. Beachte dabei auch die Lichtverhältnisse vor Ort. Besonders wichtige Szenen solltest Du an gut ausgeleuchteten Orten aufnehmen. Eventuell musst Du dafür die „Stars“ Deines Films etwas anders platzieren. Für schöne Erinnerungsaufnahmen folgen Deine Freunde Deinen Anweisungen aber bestimmt gern.

Urlaubsvideos und Videos von lustigen Alltagsmomenten erfordern natürlich mehr Spontanität. Aber auch auf diese Aufnahmen solltest Du Dich vorbereiten und Dir einen ungefähren Plan zurechtlegen, was Du filmen möchtest.

Tipp 3: Wähle das passende Zubehör aus

Planst Du Deine Aufnahmen im Voraus, kannst Du Dir auch Gedanken darüber machen, welches Zubehör Du für Dein Video benötigst. Für verwacklungsfreie Aufnahmen empfiehlt sich auf jeden Fall ein Stativ. Der optische Bildstabilisator der Kamera gleicht zwar leichte Ruckler aus, mit Stativ gelingen lange, ruhige Einstellungen aber noch besser.

Smartphone-Stative bekommst Du in vielen verschiedenen Ausführungen. Besonders praktisch sind Stative mit Tintenfischbeinen. Mit denen kannst Du das Smartphone auch an einem Geländer oder an einem Ast befestigen. Hast Du gerade kein Stativ zur Hand, stütze dich beim Filmen auf einer Brüstung, einem Tisch oder einer ähnlichen Kante ab.

Ein weiteres praktisches Zubehör für professionell wirkende Smartphone-Videos sind aufsteckbare Linsen. Damit kannst Du zum Beispiel den Blickwinkel der Kamera erweitern und Weitwinkel- oder Makroaufnahmen machen. Willst Du Videos mit Ton aufnehmen, empfiehlt sich ein externes Mikrofon.

Abhängig von den Lichtverhältnissen vor Ort kann es zudem sinnvoll sein, eine zusätzliche Lichtquelle mitzunehmen.

  • Smartphone-Leuchten gleichen eine ungünstige Beleuchtung zumindest bei Nahaufnahmen aus.
  • Reflektoren helfen, Schattenpartien aufzuhellen.
  • Fehlt es an Tageslicht, kannst Du Dich mit Tisch- oder Standleuchten behelfen.

Tipp 4: Denke an ausreichend Speicherplatz!

Videos in 4k-Qualität sehen auch auf großen Bildschirmen gestochen scharf aus. Allerdings beanspruchen sie auch jede Menge Speicherplatz. Ein 4k-Video mit einer Länge von einer Minute nimmt bereits zwischen 200 MB und 400 MB an Speicher ein.

Filmst Du mit einem Android-Gerät, denke daran, eine ausreichend große micro-SD-Karte einzulegen. Das iPhone lässt sich leider nicht mit zusätzlichen Speicherkarten ausrüsten. Hier musst Du darauf achten, dass noch genug interner Speicher für Deine Videos frei ist. Zur Not regelst Du die Video-Auflösung in den Einstellungen herunter und drehst Filme in Full-HD.

Tipp 5: Achte auf Bildaufbau und Perspektive

Für gelungene Videoaufnahmen kannst Du Dich an den Regeln der Fotografie orientieren. Harmonisch wirken Bilder, die dem Goldenen Schnitt entsprechen.

Der Goldene Schnitt ist eine Gestaltungsrichtlinie, die das Verhältnis von zwei Teilen einer Strecke zueinander beschreibt. Dabei ist der größere Teil 1,62 Mal so groß wie der kleinere Teil. Dieses Verhältnis empfinden Menschen als besonders angenehm, Künstler verwenden es daher bereits seit vielen Jahrhunderten. Der Goldene Schnitt ist allerdings keine Erfindung des Menschen, sondern lässt sich auch in der Natur finden.

Möchtest Du deine Aufnahmen mit Hilfe des Goldenes Schnitts gestalten, teilst Du das Bild in zwei Teile, von denen einer etwa 1,62 Mal so groß ist wie der andere. Das funktioniert sowohl in der Waagerechten als auch in der Senkrechten. Das Hauptmotiv platzierst Du dann nicht mittig, sondern entlang der Schnittkante zwischen dem größeren und dem kleineren Bereich.

Potrait_Goldener Schnitt

Auch in der Natur zu finden: Ein Technik-Typ sitzt auf einem Stein im Goldenen Schnitt. Quelle: Niklas Foitzik; bearbeitet für smartphonepiloten.de.

Der Goldene Schnitt ist nur eine Richtlinie, kein Muss. Um besondere Effekte zu erzielen, kann es manchmal besser wirken, das Motiv genau in der Bildmitte oder weiter am Bildrand zu platzieren. Objekte im Vordergrund und Hintergrund verleihen dem Bild Tiefe und lassen es weniger flach erscheinen.

Spannender gestaltest Du Deine Videos, wenn Du einige Szenen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln aufnimmst. Gehe in die Hocke und filme eine Szene aus der Froschperspektive. Oder stelle Dich auf einen Stuhl oder eine Leiter und nimm einen Überblick aus der Vogelperspektive auf. Wenn möglich, filme eine Szene aus verschiedenen Perspektiven. So kannst Du später in der Nachbearbeitung schauen, wie das Motiv am besten wirkt.

Tipp 6: Geh nah ran ans Motiv

Vom Zoomen während der Aufnahme raten die meisten Smartphone-Experten eher ab. Willst Du das Motiv erst aus der Ferne aufnehmen und dann näher heranholen, verwende nicht die Zoom-Funktion, sondern gehe einfach näher heran.

Damit die Aufnahme dabei nicht verwackelt, schalte unbedingt den Bildstabilisator ein. Mit einem Selfie-Stick im eingefahrenen Zustand gelingen ruhigere Aufnahmen aus der Hand.

Tipp 7: So nimmst Du gekonnte Schwenks auf

Willst Du eine weite Landschaft aufs Bild bannen oder eine große Menschenmasse, schwenkst Du die Smartphone-Cam langsam von links nach rechts (oder umgekehrt). Klingt einfach? Ist es aber nicht unbedingt.

Damit Dein Kameraschwenk gelingt:

  • lasse Ausgangsbild und Eingangsbild einige Sekunden lang stehen. Sonst wirkt die Aufnahme zu abrupt.
  • Entscheide Dich für eine Schwenkrichtung und behalte diese bei.

Möchtest Du während des Schwenks ein bestimmtes Motiv verfolgen, aktiviere die Funktion „Objektverfolgung“ in den Einstellungen der Kamera-App. Tippe dann das Motiv an, auf das die Kamera scharfstellen soll und starte die Aufnahme. Die Kamera fokussiert jetzt während des gesamten Schwenks auf das ausgewählte Objekt.

Nicht immer gelingt der Schwenk gleich bei der ersten Aufnahme. Hast Du das Ziel nicht richtig getroffen, warst Du zu langsam oder zu schnell, wiederhole die Einstellung einfach. Im Schnitt kannst Du dann den besten Take auswählen.

Tipp 8: Setze Zeitlupe und Zeitraffer effektvoll ein

Mit Zeitlupen– und Zeitraffer-Effekten kannst Du Deine Videos wirkungsvoll aufpeppen. Mittels Zeitlupe setzt Du etwa Wasserspritzer oder eine sportliche Leistung in Szene. Der Zeitraffer lässt Szenen schneller ablaufen. So filmst Du zum Beispiel vorbeiziehende Wolken oder fahrende Autos.

Die Zeitlupen- und Zeitraffer-Funktion findest Du bei Android-Geräten in der Regel im Kontextmenü der Kamera. Angezeigt bekommst Du ihn meist nur im Kamera-Modus, nicht im Video-Modus. Bei iPhone gibt es für diese beiden Effekte jeweils einen eigenen Kamera-Modus.

Als Alternative zur Zeitraffer-Funktion der Smartphone-Cam kannst Du Dir auch eine Hyperlapse App, beispielsweise von Instagram oder Microsoft, herunterladen. In den App-Stores für Android und iPhone findest Du außerdem verschiedene Kamera-Apps mit Slo-Mo-Funktion.

IOS

Hyperlapse von Instagram
Preis: Kostenlos

Android

Zeitlupe und Zeitraffer sehen cool aus. Bei aller Freude an der Spielerei solltest Du die Effekte aber sparsam einsetzen. Sonst verlieren sie ihre Wirkung und gehen den Zuschauern schnell auf die Nerven.

Tipp 9: Die Belichtung korrigieren

Du hast Dich bemüht, den besten Winkel und die beste Tageszeit für Deine Aufnahmen zu finden. Die wichtigen Motive Deines Videos wirken trotzdem unter- oder überbelichtet. Was nun?

In der Regel tippst Du in der Kamera-App das Hauptobjekt an, das die Kamera fokussieren und optimal ausleuchten soll. Abhängig vom Stand der Sonne, gelingt die ideale Belichtung jedoch nicht immer. Jetzt sind Kamera-Apps hilfreich, die es Dir erlauben, die Belichtung zu korrigieren. Die vorinstallierte iOS-Kamera-App bringt dieses Feature von Haus aus mit, bei Android-Phones hängt es vom jeweiligen Modell ab, inwieweit sich die Belichtung korrigieren lässt.

Am besten gelingt die Beleuchtungskorrektur mit speziellen Apps für Smartphone-Videoaufnahmen. Die meisten dieser Apps zeigen Dir, ob die Belichtung stimmt und Dein Motiv gut zu erkennen ist.

Tipp 10: Beuge Schnittfehlern vor

Sogenannten Anschlussfehlern beugst Du vor, wenn Du zum Start und zum Ende eines Takes auf ein neutrales Motiv schwenkst. Filmst Du zum Beispiel gerade, wie das Geburtstagskind die Kerzen auf seiner Torte auspustet, schwenke danach auf den Tisch mit den Geschenken.

Der Schwenk auf ein neutrales Objekt ermöglicht es Dir, im nächsten Take dieselbe Person in einer anderen Pose oder bei einer anderen Aktivität zu zeigen, ohne dass dies für den Zuschauer irritierend wirkt. Nach dem Schwenk auf die Geschenke folgt zum Beispiel eine Szene, in der sich das Geburtstagskind und die Gäste die Torte schmecken lassen.

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Simone Gerdesmeier

Simone ist die treue Seele der smartphonepiloten-Redaktion. Als freie Journalistin und ausgewiesene Mobilfunk-Expertin seit mehr als drei Jahren beschäftigt sich mit Themen wie Digital Lifestyle Diensten, aktuellen Tarifchecks sowie die Toplisten der Apps, die Du unbedingt kennen musst.Themen wie Gesundheit, Fitness und Ernährung haben es ihr besonders angetan und daher versuchen wir, den Spagat zwischen diesen Bereichen und der Welt des Mobilfunks hier zu meistern :)

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